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Bitte lernen lassen. Danke. 

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Immer wollen sie spielen. Phase 1. (Photo: Christoph Schmitt)

Was, wenn „selbstbestimmt und selbstorganisiert lernen“ keine Fähigkeit wäre, sondern eine grundsätzliche Eigenschaft des Lernens? Was, wenn Lernen an sich selbstbestimmt und selbstorganisiert wäre? Wenn also diese beiden Eigenschaften das Lernen auszeichnen würden? Wenn Lernen also Selbstorganisation wäre und Selbstbestimmung, egal was Erziehung und Pädagogik tun und was nicht? Wenn das also Eigenschaften wären, die zum Lernen nicht noch irgendwie hinzukommen würden, auch nicht etwas, „das wir lernen“ wie Radfahren, sondern wenn sie immer schon Merkmale des Lernens wären?

Welchen Sinn würde es dann machen, von selbstorganisiertem und selbstbestimmtem Lernen als einer Fähigkeit zu sprechen, die ein Mensch unter bestimmten Umständen entwickelt und unter anderen nicht oder nur schlecht?

Keinen.

Was, wenn auch ein auf den ersten Blick als Lernverweigerung oder Lernverzögerung daherkommendes Verhaltensmuster nichts anderes wäre als eine Funktion des sich auch in dieser Situation selbst organisierenden und selbst bestimmenden Lernens? Was, wenn das Lernen selbst dort, wo es stark eingeengt würde auf formalisierte Lernprozesse, diese Eigenschaft nicht und nie verlieren würde – sondern z.B. selbstbestimmt und selbstorganisiert nach Auswegen suchen würde, die das erziehende System als defizitär interpretiert?

Obacht.

Die Auffassung, selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen sei eine Fähigkeit, würde dann das, was eine Voraussetzung für das Entwickeln von Fähigkeiten ist, nämlich eine der wichtigsten Eigenschaften von Lernen, zu einer Folge dieser Entwicklung erklären. Und auf dem Hintergrund dieses Vertauschens von Voraussetzung und Folge würde DANN die Überzeugung Sinn machen, dass wir selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen entwickeln können, denn DANN ist dieses Lernen ja nicht (mehr) die Voraussetzung für das Entwickeln und Entfalten irgendwelcher Fähigkeiten, sondern die Folge einer Entwicklung, die wir JETZT natürlich fördern müssen. Und schon brauchen wir Pädagogik und Didaktik.

Und genau darum geht’s bei dem ganzen Lehr-Lern-Zirkus: Auf Gedeih und Verderb eine Begründung dafür zu produzieren, dass es Didaktik und Pädagogik braucht.

Merken sie was?

Dabei ist es mit dem Lernen doch wie mit dem Atmen. Auch Atmen ist keine Fähigkeit sondern eine Eigenschaft lebender Wesen: Sie atmen. Und was auch immer in der Luft ist, wie sauber oder verpestet die sein mag, wie „richtig“ oder „falsch“ einer atmet, oder wie stark diese Funktion eingeschränkt sein mag: solange der Mensch lebt, atmet er und sie. Atmen ist keine Fähigkeit, die ich entwickle. Es ist jederzeit eine (mir) gegebene Voraussetzung. Von selbstbestimmtem und selbstorganisiertem Atmen zu sprechen, wäre sinnlose Rede, denn es gibt das Gegenteil nicht.

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Diese faulen Säcke. (Photo: Christoph Schmitt)

Mein Atmen kann ich so oder so „einsetzen“. Nie aber einstellen. Es organisiert sich jederzeit selbst und selbstbestimmt – allen kreativen Interventionen zum Trotz. So auch beim Lernen. Beide sind eine Voraussetzung für alles andere. Lernen wird nicht erst durch seinen irgendwie pädagogisch unterstützten oder behinderten Einsatz zu mehr oder weniger selbstorganisiertem und selbstbestimmtem Lernen, weil es das jederzeit ist.

Aber passt denn die Metapher mit dem Atmen hier wirklich? Schließlich gibt es ja auch die „künstliche Beatmung“ in Fällen, in denen jemand nicht mehr von selbst atmen kann. Dann aber sind wir ja lebensgefährlich krank. Dies gleichzusetzen mit einem pädagogisch konstruierten „lernschwachen Menschen“, den mann zum Lernen tragen müsste wie den berühmten Hund zum Jagen, wäre zynisch, denn was Schule in Wahrheit tut, ist dies:

Sie verhindert durch ihr Handeln systematisch, dass lernende Menschen – hier wieder metaphorisch gesprochen – ihre Lungen frei von der Leber weg gebrauchen. Unterricht „beatmet“ kerngesunde Menschen jahrlang künstlich (das nennt sich „Didaktik“). Anschließend geben Unterrichtende zu Protokoll, dass die wenigsten Lernenden über die Fähigkeit des selbstbestimmten und selbstorganisierten Atmens verfügen. Bis auf ein, zwei besonders begabte Atmer – bei denen zu Hause halt auch viel geatmet wird. Aber schließlich müsse man ja alle mitnehmen.

Merken sie was?

Die Annahme, dass es zwei grundsätzlich unterschiedliche Formen von Lernen gibt: hier das selbstbestimmte, dort das fremdbestimmte, ist falsch, weil Lernen nicht fremdbestimmbar ist. Was auch immer wir einem lernenden Menschen antun, verweigern, ermöglichen: sein und ihr Lernen ist und bleibt selbstorganisiert und selbstbestimmt. Es macht keinen Sinn, von fremdbestimmtem Lernen zu sprechen, so wenig es Sinn macht, von fremdbestimmtem Atmen zu sprechen.

Dass die erschreckende Mehrheit der Menschen große Probleme mit dem selbstbestimmten Lernen hat, kommt nicht daher, dass ihnen eine Fähigkeit fehlen würde. Vielmehr ist der Moment, wenn du zum ersten Mal ohne Schlauch atmen sollst, angstbesetzt – und nicht selten schmerzhaft.

LEBEN ist vielleicht das Zäheste, was das Universum erfunden hat – auch wenn es nur in kleinen Nischen der Komplexität gedeiht. Ein ökologisches System kann sich auf erstaunlich vielfältige Weise an wechselnde Bedingungen anpassen. Menschen sind extrem komplexe organische Systeme, die es im Rahmen eines linear-mechanischen Welt-Modells gar nicht geben dürfte, die aber über enorme Selbststeuerungs- und Anpassungsfähigkeiten verfügen. »Natur« entwickelt ihre Robustheiten aus den Gesetzen der evolutionären Systemdynamik, im Sinne der »zyklischen Co-Evolution«.

Quelle

Wenn wir von Lernen sprechen, sprechen wir von einem selbstorganisierten und selbstbestimmten Prozess. Lebende Systeme lernen immer selbstbestimmt und selbstorganisiert – völlig unabhängig davon, wie stark äußere Manipulationen auf den Menschen einwirken, also auch „mit einem Schlauch im Hals“: Sein und ihr Lernen ist und bleibt selbstorganisiert und selbstbestimmt. Auch wenn es aufgrund irgendwelcher Umstände selbstbestimmt und selbstorganisiert in die Hose geht.

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Immer wollen sie spielen. Phase 2. (Photo: Christoph Schmitt)

Pädagogik und Didaktik kommen hier an eine Grenze, die sie uns aber geschickt als ihren Augangspunkt verkaufen. Haben sie sich doch zu dem Zweck erfunden, um bestimmte menschliche Fähigkeiten zu entwickeln (und andere zu verhindern). Ein beliebtes Narrativ in der Pädagogik lautet, dass es da „Anlagen“ gibt und „Potenziale“, die durch pädagogische Intervention erst entwickelt werden und entfaltet. Sie geht also davon aus, dass junge Menschen etwas noch nicht haben, dass sie bestimmte Fähigkeiten noch nicht (entwickelt) haben, und dass die dann mit Hilfe ausgefeilter pädagogischer Interventionen entwickelt werden – und in jedem Fall besser und zielgerichteter als ohne diese Interventionen – oder gar selbstbestimmt 😆.

Und diese Überzeugung wendet die Pädagogik dann ganz selbstverständlich auf das Lernen selbst an. Dabei übersieht sie, dass das Lernen für sie als Wissenschaft und Praxis eine Voraussetzung bildet, über die sie gar nicht bestimmen kann. Wäre Lernen nicht a priori selbstbestimmt – die Pädagogik hätte überhaupt keinen Angriffs- und Ansatzpunkt für ihr Brimborium.

Würden Menschen nicht immer schon lernen, und zwar selbstbestimmt und selbstorganisiert, dann würden sie auch nicht mit Hilfe von Pädagogik und Didaktik lernen.

Hartes Brot.

Noch einmal: Die landläufigen Probleme und Differenzen und Halbwahrheiten und Konflikte im Kontext des selbstorganisierten und selbstbestimmten Lernen entstehen dadurch, dass wir annehmen, es handle sich dabei um eine zu entwickelnde Fähigkeit. Diese falsche Annahme liegt unserem pädagogischen Menschenbild und Denken zu Grunde.

Erst wenn ich begriffen  habe, als Mensch ebenso wie als (Bildungs-)System, dass Lernen ein fundamental selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Phänomen ist, wenn ich verstanden habe, dass es hier um eine Eigenschaft menschlicher Existenz geht, um ein Merkmal menschlichen Lebens wie das Atmen, erst dann werde ich aufhören, an lernenden Menschen herumzudoktern und herum zu didaktisieren, „damit sie das selbstorganisierte und selbstbestimmte Lernen lernen“. Dann lasse ich davon endlich die Finger weg.

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Immer lassen sie alles liegen. (Photo: Christoph Schmitt)

Erst wenn ich verstanden habe, dass Lernen keine Fähigkeit ist, die sich durch pädagogische Intervention entwickelt, sondern eine Eigenschaft, die ihr jederzeit vorausgeht und sich ihr jederzeit entzieht, haben neue Architekturen und Designs von Lernprozessen den Hauch einer Chance.

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Innovative Konzepte, klärende Zugänge und neue Wege in dieses Verständnis von Lernen zeigt regelmäßig Jane Hart auf – ich profitiere von ihren Umfragen, Analysen und Interpretationen seit Langem. Deshalb möchte ich mit einem Auszug aus ihrem aktuellen Buch schließen:

It „is important not to misuse the word ‚learning‘. Words like ‚training‘, ‚courses‘, ‚content‘ are not synonyms of ‚learning‘. ‚Learning‘ is not a product nor a commodity; it is an internal process, so, in other words:

  • You can’t design learning  – you can design training, a course, or content – but that’s not designing learning
  • You can’t deliver learning – you can deliver training or a course – but that’s not delivering learning
  • You can’t transfer learning – you can (try to) transfer knowledge – but that’s not transferring learning
  • You can’t manage learning – you can manage participation on a training course or access to some online content – but that’s not managing learning.

The only person who manages learning is the individual him/herself.“

Wider die Bedeutungslosigkeit: Wie wir dem Digital Age den Sinn abringen

 

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Lisbon 2018

Unser Ziel ist nicht die Digitalisierung des Lernens und Arbeitens. Unser Ziel ist es, gemeinsam eine neue Kultur des Lernens und Arbeitens zu entwickeln, die uns befähigt, die Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalen Transformation aktiv zu gestalten. Es geht jetzt darum, dass wir uns neu erfinden. Als Menschen, als Gemein- und Gesellschaften. Die Frage, welchen Sinn individuelle Existenz und das Zusammenleben von Menschen haben, stellt sich gerade radikal neu.

 

Unter zunehmendem politischem Druck interpretieren Schulen die Digitalisierung rein technologisch und fangen damit an, Klassenzimmer und Infrastrukturen digital aufzurüsten – während sie den Einsatz individueller Devices großflächig untersagen. Sie importieren digitale Tools und Medien in die klassischen Unterrichtsformate und stiften dadurch mehr Verwirrung als sie Unterstützung bieten – bei allen Beteiligten. Zugleich reduzieren sie den dringend nötigen Diskurs über die Zukunft des Lernens auf Fragen und Probleme der technischen Infrastruktur.

Was Schulen und andere Bildungsinstitutionen übersehen, ist der kulturelle Impact der Digitalisierung. Der wird mit dem Begriff „Digitale Transformation“ erfasst. Hier geht es nicht mehr um technische Auf- und Ausrüstung, die mittlerweile völlig selbstverständlich ist. Es geht um eine tiefgreifende (!) Veränderung unserer Kultur: Kommunikation, Abläufe und Prozesse, Projekte, Organisation, Zusammenarbeit, das alles verändert sich im Moment und in Zukunft radikal. Digitale Transformation bedeutet, dass alle Formate, in denen wir als Menschen unterwegs sind, dass das Framing unseres individuellen, sozialen und ökonomischen Handelns sich völlig verändert – und damit auch die Spiel- und Handlungsfelder.

Unser Dasein in Raum und Zeit verändert sich

Die Ansprüche an unser Menschsein (Lernen, Arbeiten, Gesellschaft gestalten) und die Art, wie wir damit umgehen: beides verändert sich durch digitale Technologien völlig. Wir entwickeln z.B. eine ganz andere Beziehung zum Raum, in dem wir leben, lernen und arbeiten, in dem wir uns aufhalten und bewegen, in dem wir „sind“. Auch unsere Beziehung zur Zeit verändert sich. Warum wir in welcher Zeit wohin fahren oder gehen sollten, im Stau stecken oder in überfüllten Zügen, um uns hier oder dort aufzuhalten, um Dienstleistungen zu erbringen, um etwas zu kaufen, um Wissen zu generieren, um uns aus- und weiterzubilden, um unsere Arbeit zu machen: diese Notwendigkeiten fallen nach und nach weg. Der Grund dafür liegt in den Gelegenheiten, die uns die Digitalisierung als technologisches Phänomen gibt, es anders zu machen: menschlicher, verträglicher, ökologischer.  Durch die Digitalisierung verändert sich unser Verhältnis zu physischen Räumen, weil wir sie jetzt und in Zukunft anders nutzen können: viel offener, spontaner, vielfältiger. Zwei besonders eindrückliche Beispiele für Orte, die sich in ihrem Wesen radikal verändern, sind der „Arbeitsplatz“ und der Ort, an dem wir lernen.

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Zitat von Tim Leberecht vom https://houseofbeautifulbusiness.com/

Zuerst einmal fallen mit diesen neuen Gelegenheiten bestimmte Notwendigkeiten weg. Wir müssen nicht mehr an einen eigens gestalteten Arbeitsort fahren, dort ein- und wieder auschecken. Lernende müssen nicht mehr an einen eigens dafür gestalteten Lehrort fahren, nicht an eine Uni, an eine Schule oder an ein Seminarzentrum. Warum nicht? Weil derzeit in den beiden zentralen gesellschaftlichen Funktionen des Lernens und des Arbeitens das für die Digitale Transformation charakteristische Phänomen der Dezentralisierung greift. Dadurch wurde zuerst eine Flexibilisierung möglich: entweder am Arbeitsplatz oder zuhause arbeiten. Mittlerweile werden die Alternativen immer vielfältiger – „Zentralen“ und zentrale Orte werden von Netzwerken abgelöst.

Zentren und Zentralen werden durch Netzwerke abgelöst

In wenigen Jahren schon ist es nicht nur für die Arbeit selbst einigermaßen irrelevant, wo ich sie erledige. Die Art von Arbeit, die für Menschen übrig bleibt oder neu entsteht, ist nicht mehr an Orte gebunden und auch nicht an fixe Zeiten. Vielmehr kann ich an jedem beliebigen Ort jederzeit „meine Zelte aufschlagen“, weil ich jederzeit Zugang zum Internet oder zu physischen Netzwerkknoten habe, wo ich meine Arbeitskolleginnen und Geschäftspartner finde. Den Takt geben dabei nicht mehr die Büro- oder andere Öffnungszeiten vor, sondern die Absprachen, die Menschen miteinander treffen, wann sie welche Aufgaben miteinander bearbeiten. Exakt darauf müssen Schule und Ausbildung vorbereiten – und das können sie nur, wenn sie selber nach diesem Prinzip funktionieren – und das können sie nur, wenn sie das Prinzip verstanden haben. Dass unsere Schulen hier noch nirgends sind und völlig in ihren alten Mindsets gefangen, wird langsam aber sicher zu einem echten Problem – jenseits der Frage nach digitaler Aufrüstung.

Was für die Arbeit der Zukunft gilt, gilt also auch für das Phänomen des Lernens. Bis heute binden wir es an fixe Zeiten und Zeitrhythmen, an Räume (Klassenzimmer, Hörsäle). Das Lernen ist also bereits heute viel stärker hierarchisch determiniert als das Arbeiten, weil es durch Lernziele, Lerninhalte (Curricula), eng gefasste Prüfungsformate, Bewertungskriterien ohne echte Aussagerelevanz, und am Ende durch Zertifikate (Zeugnisse, Diplome) strukturiert ist. Während sich die menschliche Arbeit mehr und mehr den gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Digitalen Transformation anzupassen weiß, ziehen sich Lehren und Lernen immer mehr zurück in die traditionellen Formate und beharren darauf, dass es sie genau so geben muss, wie es sie immer gegeben hat: In physischer Präsenz, zu fixen Zeiten, nach Jahrgängen und Fächern getrennt, durch Prüfungsrhythmen getaktet, von Wissensvermittlern überwacht. Doch genau diese Phalanx, diese Architektur von Lernen ist durch die Digitale Transformation hinfällig geworden.

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Jared Fricklin during his stunning speach in the House of beautiful Business.

Reaktionäre Reaktionen sind verständlich aber brandgefährlich

Die zunehmende Nomadisierung von Arbeit und Lernen spült im Moment krasse Gegenreaktionen an Land. So genannte Experten führen die Trägheit des Menschen und seine „analogen Bedürfnisse“ gegen offene Formen des Lernens ins Feld. Die Unverzichtbarkeit des physischen Raumes wird lautstark betont und mit der „Beschaffenheit“ arbeitender und lernender Menschen begründet. Es wird davor gewarnt, Arbeiten und Lernen „ins Internet“ zu verlegen.

Das übelste Argument lautet, dass sowohl arbeitende als auch lernende Menschen „das alles gar nicht können“: Arbeitsräume und -zeiten selbstverantwortet gestalten, Arbeits- und Lernprojekte kollaborativ organisieren. Aber gerade dieses Argument ist nichtig, weil sich Lernen ja gerade dadurch auszeichnet, dass Menschen lebenslang in Situationen kommen, in den sie etwas „noch nicht können“ und sich neue Fähigkeiten und Wissen anzueignen. Das ist Lernen!

Und woher sollen Menschen diese Kompetenz, ihr Lernen selbstverantwortlich und kollaborativ zu gestalten, heute bereits nehmen, wenn das staatliche Bildungswesen alles dafür tut, die Entwicklung dieser Kompetenzen zu vernachlässigen? Dass also „einige Menschen dann nicht (oder schwer) lernen, wenn man wenig Vorgaben macht, sondern vor allem Räume und Anregungen bietet, ist kein Freipass dafür, Fremdsteuerndes im Bildungssystem weiterzupflegen, sondern Anlass dazu, gemeinsam herauszufinden, wie Menschen Selbststeuerungsfähigkeit und Selbststeuerungsfreude auf- und ausbauen“ (Christof Arn in einem Beitrag auf agiledidaktik.ch)

Wie lösen wir das Problem statt es zu verstärken?

  1. Wir individualisieren das Lernen radikal. Damit ist keine Isolierung des Lernens gemeint, sondern eine technische, räumliche und zeitliche Erweiterung der Gelegenheiten: Wir nehmen lernende Menschen als Individuen wahr und ermöglichen ihnen, ihr Lernen gemäß ihren Bedürfnissen, Potenzialen, Interessen und Grenzen zu gestalten, Ihr eigenes Lerntempo zu finden und ihre Lernprozesse eigenverantwortlich zu gestalten. Schon diese Individualisierung führt zu einer fundamentalen Humanisierung des Lernens, weil lernende Menschen in ihren prägenden Lebensphasen nicht mehr jahrelang über einen Kamm geschoren werden und gemeinsam durch ein einziges Nadelöhr kriechen.
  2. Wir ermöglichen und fördern Strukturen, Räume und Orte, „die Scheitern zulassen und in Lernen überführen, weil sonst offene Prozesse nicht gewagt werden können. Qualitätsmanagement, Evaluation, Kontrolle in herkömmlichen Formen sind überwiegend schädlich. Es braucht dafür neue Ideen“. (Christof Arn)
  3. Kollaboratives Lernen: Wir vernetzen Lernen von Grund auf, indem wir Lernnetzwerke bilden: Colearning-Spaces und Colearning-Labs phyischer und digitaler Art (konkret: hier).
  4. Wir ersetzen Lehren durch reziproke Formen des Coaching. Wenn wir im Rahmen einer neuen Kultur des Lernens entsprechende Prozesse und Projekte etablieren, dann treten Funktionen des Coachings und der systemischen Beratung und Begleitung des Lernens an die Stelle des Lehrens. Unterstützung beim Lernen erhält dadurch den Charakter der Gegenseitigkeit. Begleitung beim Lernen und (Er-)Arbeiten von Lösungen erfolgt bedarfs- und situationsorientiert. Lernende lernen, sich Hilfe zu holen und selber als Coaches sichtbar zu sein.
  5. Lehrpläne, Modulbeschriebe, Prüfungsreglemente werden – wenn man denn unbedingt an ihnen festhalten muss – „so formuliert, dass die Lernenden eigene Ziele setzen und sie auf selbstgewählten Wegen anpacken können“ (Christof Arn).

 

Warum das Netz die Zukunft ist

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Quelle

Weil die alten Überzeugungen, Menschenbilder und Mächte noch wirksam sind, können viele von uns heute aufgrund politischer und ökonomischer Grenzen nicht dort hin, wo es uns hinzieht, wo wir sinnvolle Arbeit und Begegnung und das vollumfängliche Recht auf Menschsein finden würden. Die Grenzen, die uns gezogen werden durch Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, soziale Schicht und Herkunft gehören einem Zeitalter an, das seinem Ende zugeht – und das sich deshalb im Moment noch einmal wuchtig aufbäumt und armiert.

Doch das digitale Netz erlaubt uns täglich mehr, diese Grenzen zu unterlaufen: Menschen und Ideen überall auf der Welt zu entdecken, mit ihnen in Kont(r)akt zu treten, uns auszutauschen. Voneinander zu lernen. Uns systematisch miteinander zu verbinden. Das Digitale Netz der Möglichkeiten hat längst seinen Siegeszug angetreten, weil es Menschen und ihre Träume verbindet. Ihre Fähigkeiten und Ängste, ihre Überzeugungen und Werte.

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Take a look inside.

Die physischen Ein- und Begrenzungen von Kultur und Kommunikation, auf die die alten Systeme so beharren, diese Zäune und Mauern, die Millionen von Menschen davon abhalten, in Freiheit und Sicherheit zu leben, werden durch die Möglichkeiten des Digitalen Netzes immer brüchiger. Sie werden am Ende wirkungslos sein.

Anstatt mit dem Finger auf jene zu zeigen, die diese Möglichkeiten auf unmenschliche Art einsetzen, sollten wir besser das Netz für unsere Zwecke nutzen – auf der Basis von Menschlichkeit und Augenhöhe, von Gleichheit und Respekt. Es gibt keinen Grund, das Netz denen zu überlassen, die in zerstörerischer Absicht unterwegs sind. Nichts und niemand hält uns davon ab, diese Welt mit Hilfe des Digitalen Netzes zu einem besseren Ort zu machen für alles, was lebt. Nichts außer den Bildern in unseren Köpfen – und die  grassierende Unwissenheit darüber, was alles möglich ist.

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(From the Business Romantic Society)

Die Chance, dass sich jene zusammenfinden, die ein vitales Interesse an einer menschlichen Zukunft haben und diese auch gemeinsam gestalten wollen, die wird größer durch die Möglichkeiten des digitalen Netzes. Es ist das einzig verbliebene Werkzeug, das wir haben, um jene Grenzen zu unterlaufen und zu hintergehen, in die uns die alten Siegermächte bannen mit ihrem Mindset des zeitverzögerten Weltuntergangs. Das digitale Netz ist die einzige Möglichkeit,  in einem globalen Chaos die guten Kräfte zu verbinden und stark zu machen.

Mit dieser Erfahrung, Erkenntnis und Überzeugung bin ich vom Beautiful House of Business zurückgekehrt.

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#houseofbeautifulbiz

At yesterday’s Conference of #BeautifulBusiness we entered an alternative world of visions and predictions, that are not necessarily our destiny. It’s our responsibility to decide what sorts of futures we’d prefer to move towards and – what ultimately makes us human. As Resident Gianpiero Petriglieri put it: „As humans, we have two immense capacities: to love and to learn“. Thanks to all residents who shared their radically beautiful opinions, stories, and dreams with us. And now, onwards to four days at the #HouseofBB.

 

Nutze das Netz: Es gehört dir!

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Fortschritt war für den Menschen immer verbunden mit Vernetzung. Die Versorgung mit Trinkwasser durch ein Leitungsnetz ebenso wie der Bau eines Straßennetzes oder der Abwassersysteme. Sie machten vielen Krankheiten und Seuchen den Garaus. Auch das Stromnetz war die Voraussetzung für eine nächsten zivilisatorischen Schritt. Jetzt stehen wir am Anfang der Digitalen Transformation. Jetzt wird das Internetz immer dichter. Viele haben Angst davor und verstehen das alles nicht. Sie fürchten den „Digitalen Hospitalismus“.

Es ist wie früher, als sie sagten: „Wasser aus der Leitung ist böse! Holt Euer Wasser weiterhin beim Brunnen, statt nur am Wasserhahn rum zu hängen! Wenn ihr nicht mehr ‚real kommuniziert‘ auf dem Weg zum Brunnen, dann vereinsamt und verödet ihr!“ Sie wollen lieber, dass alles so bleibt, wie es ist. Du nicht? Dann lies mal weiter.

Möchtest du weiterkommen? Bist du in letzter Zeit neugierig geworden, was in und hinter dem ganzen Hype um die Digitalisierung steckt? Dann geht’s dir ähnlich wie mir.

Wir realisieren, dass sich um uns herum in beruflicher Sicht eine Menge verändert. Die einen merken das am zunehmenden Organisationsaufwand in der Firma. Andere realisieren es anhand der Gerüchte über schlechte Zahlen, Stellenabbau, Fusionen. Womöglich nimmst du am Rand wahr, dass sich jemand nebenher was aufbaut. Vielleicht kennst du eine Kollegin, die mit anderen zusammen übers Internetz ein kleines Business gründet. Vielleicht spürst du aber auch bei dir selbst eine gewisse Unzufriedenheit und Enge mit deiner beruflichen Situation.

Und jetzt überall diese Digitalisierung. Allgegenwärtig. Das Internetz: ständig da. Ständig online. Immer verfügbar. Ein enormer Sog geht von ihm aus. Es zieht alles an, was in seine Nähe kommt, saugt offenbar alles auf.

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Ein kurzes Video zur Digitalisierung

Das Internetz hat eine unglaubliche Dynamik. Es bietet mittlerweile fast alles an, was ein Mensch brauchen kann (und was nicht), und vor allem: es bietet dir so gut wie alle Möglichkeiten der Welt, dich zu informieren, dich mit interessanten Menschen zu vernetzen, dich mit faszinierenden Leuten auszutauschen, von anderen zu lernen – und andere von dir.

„Weiterbildung“ und Lernen bekommen also eine ganz neue Seite: Sie tauchen nicht bloß an den gewohnten Orten (Schule) und in den gewohnten Formen (Unterricht) auf. Es gibt sie nicht mehr nur als fixfertige Kurse, in denen alles vorbereitet und vorgespurt ist. Du kannst das jetzt selber in die Hand nehmen. Dich selber bilden – und nicht über die Akademie soundso, die dafür stattliche Preise verlangt.

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Warum in ein Klassenzimmer sitzen um dir etwas anzuhören, was es im Netz viel lebendiger und vernetzter und kostenlos gibt? Auch wenn du persönliche Begleitung, Unterstützung oder Expertinnen suchst, berufliche Orientierung, Gesprächspartnerinnen, Antworten, Lösungen, Ideen: alles drin. Und du entscheidest, was du dir mit wem zusammen wann zu Gemüte führst.

Das Internetz bietet dir alle Möglichkeiten dazu. Du lernst das Lernen völlig neu kennen. Anders als du es in Schule und Ausbildung erlebt hast. Jetzt lernst du ganz anders: durch das Eintauchen ins Netz, das Surfen, das Googeln, das Vernetzen, das Anlegen eigener „Spaces“, in denen du das sammelst, was wichtig für dich ist. Du lernst die digitale Welt für dich und dein Weiterkommen zu nutzen, so wie du dir die schönsten Städte Europas durch die Nutzung ihres U-Bahn-Netzes zu erschließt. Wer die U-Bahn verstanden hat, versteht die Stadt viel besser. Wer das Internetz versteht, versteht die Welt.

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gif von Melanie Vetterli in meinem Buch Digitalisierung für Nachzügler

Du erschließt dir durch das Internetz neue, bisher unbekannte Welten – und zwar nicht nur zum Zweck der Belustigung und Erholung. Nicht nur für Freizeit und Konsum. Durch das Internetz erfährst du mittlerweile alles, was du brauchst, um dein Leben besser zu gestalten. Du begegnest durch das Internetz Menschen, die mit ähnlichen Fragen unterwegs sind wie du. Die dir auf der Suche nach Antworten genauso helfen werden wie du ihnen. Menschen und ihre Netzwerke, die in jeder erdenklichen Frage (Gesundheit, Beruf, Arbeit, Politik, Alter, Finanzen, Reisen, Politik, Technik und vieles mehr) unterwegs sind. Du entdeckst Menschen und Ideen, die dir vor dem Internetzzeitalter unbekannt waren oder unzugänglich. Das alles steht dir jetzt offen zur Verfügung: praktisch das ganze „Wissen der Welt“. Und zwar nicht nur als „Meer von Informationen“, in dem du ertrinken könntest. Das Schöne ist: Das Internetz ist ein großes Dorf mit Begegnung,  Austausch, mit gegenseitiger Beratung und Unterstützung. Es ist kein Chaos. Es ist ein quietschlebendiges Netz 😉

Du findest im Netz praktisch jede Form der Gemeinschaft von Menschen, die sich zu jedem erdenklichen Thema treffen, austauschen und gegenseitig weiterbringen. Auch in deiner Nachbarschaft! Auf youtube und vimeo gibt es zu jedem Thema der Welt, der Wissenschaft, der Kunst, der Technik oder der Wirtschaft Millionen von Videos, die dir verständlich erklären, was du bisher nicht verstehst: Mathe, Chemie, das Bauen einer Brücke, das Gründen einer Firma, das Fischen, das Anlegen eines Gartens mitten in der Stadt – was auch immer du suchst, was auch immer dich interessiert und weiterbringen kann: es ist offen und kostenlos im Netz – und einfach zu finden.

Fang einfach an. Zum Beispiel damit:

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Tipps für den Einstieg von acw

Diagnose: Ratlose Angst

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Quelle: Altpapier

Das Abendland kann gar nicht untergehen. Es ist auf Grund gelaufen.

Auf Grund gelaufen I

Wir sind durch reale oder befürchtete Defizite und Gefahren aneinander gebunden, nicht über Ressourcen und Chancen. Es geht uns um das Abwenden von Verlust und das Management von Mangel. Wir sind pausenlos damit beschäftigt, das noch Schlimmere zu verhindern, auszuschließen, in Bann zu halten.

Wir können die Hoffnung nicht zulassen, dass „anders“ unser Leben und die Welt tatsächlich menschlicher machen könnte. Mit „anders“ verbinden wir „schlimmer“. Unser Argwohn ist maximal geworden.

Auf Grund gelaufen II

Als lebenslang Geprüfte fürchten wir, nicht zu genügen, und nicht genügend zu haben, wovon auch immer. Wir versichern uns pausenlos. Gleichzeitig setzen wir Veränderung mit Verlust gleich.

Wir überkompensieren unsere Ängste mit Bemutterungs- und Versorgungs-Komplexen nach innen. Merkelnarrativ. Der Schutzreflex über die eigene Herde ist das neue, exklusive Ego-Konzept. Der Rest ist Unterhaltung, ist Konsum, ist Repetition und Refrain. Wir brauchen die alten Lieder zur Beruhigung: Alles ist ok. Alles ist beim Alten. Alles wird gut! Wirklich, mein Schatz.

Auf Grund gelaufen III

Der politische Diskurs hat die Funktion des Gute-Nacht-Geschichten-Erzählers übernommen, in denen das Gute gewinnt. Also wir. In den Stories wird das Schwarz-Weiß-Weltbild zementiert. Regierungskoalitionen verharren beieinander wie sich anödende Eltern ihren Kindern zuliebe die Scheidung noch einmal verschieben.

Die gebrochenen Schwüre sind durch unhaltbare Versprechen ersetzt. Journalisten sehen schweigend zu, wie ihre Kollegen abgeführt werden, um anschließend berichten zu können, wie ungeheuerlich das ist, sprich: Wer noch einen Job hat, macht ihn tunlichst.

Politiker und andere „Größen“ weisen pausenlos Schuld von sich und zeigen mit dem Finger in den leeren Raum. Wenn sie wegen sexuellen Missbrauchs zur Rechenschaft gezogen werden, klagen sie weinerlich eine imaginäre Mutter an, die ihnen nicht gefügig war. Täter schützen sich immer selbst. Egal, auf welcher Seite des Tisches sie sitzen.

Währendessen warten Arbeitnehmer, Schüler und Touristen darauf, gefüttert zu werden. Mit Anweisungen, Informationen und Lohn. All Inclusive.

Hoffentlich kommt bald das Christkind.

Warum Lernen keine Disziplin braucht, sondern den Raum der freien Entfaltung

Titelfoto: Alexander Lesnitsky auf Pixabay

Aktualisiert am 26.12.2020

Thomas Tillmann hat mit seinem Team eine Toolbox für selbstorganisiertes Lernen entwickelt: die Lernhacks – auch als Buch. Ihr Prinzip funktioniert in praktisch jedem Lebensalter und in jedem Lern- und Arbeitskontext. Erst recht unter den Bedingungen der Digitalen Transformation, die ja bekanntlich das Beste am menschlichen Lernen wieder in den Vordergrund rückt: Selbstvertrauen, Selbstorganisation und Selbststeuerung.

Wie so oft, wenn neue Konzepte alte Konzepte herausfordern, stehen sich in der Diskussion relativ schnell die Mindsets der jeweils anderen Seite gegenüber. Im Bereich Schule und Bildung sind das intrinsisch vs. extrinsisch, Lehren vs. Lernen, Selbst- vs. Fremdsteuerung, Ordnung vs. Chaos, Disziplin vs. Strukturlosigkeit und Beliebigkeit. Exemplarisch hierfür steht meines Erachtens dieser Tweet:

Reflexartig ertönt bei jedem Landeanflug von „Selbstorganisation“ bis heute der Warnruf: Aber bitte diszipliniert! Warum das? Entgegen landläufiger Annahmen ist Disziplin weder eine Tugend noch eine Fähigkeit. Sie ist eher ein Konzept. Wie Hefeteig. Ohne Hefe geht der Kuchen nicht auf. Ohne Disziplin die Selbststeuerung des Lernens nicht. Man nehme eine ordentliche Portion Disziplin, dann ist der Krieg schon halb gewonnen. Auch der gegen sich selbst.

Disziplin: Ein deutsches Erfolgsmodell

Als Konzept hat Disziplin und das Beharren auf ihr etwas sehr Deutsches. Mir fällt dazu ein Ausspruch von Kurt Tucholsky ein: „Der französische Soldat ist ein verkleideter Zivilist, der deutsche Zivilist ist ein verkleideter Soldat.“ Dieses Zitat stammt aus einer Zeit (Weimarer Republik), in der das aktuelle Schulsystem und seine Grundüberzeugungen von Ordnung, Diziplin und Standardisierung bis heute wurzelt.

Disziplin: Jemanden oder sich zu etwas zwingen. Vermeidungsziele verfolgen. Gegenkräfte aktivieren. Für die gute Sache: Durchhalten. Üben, üben, üben. Erfolg will verdient sein. „Lernen muss auch mal weh tun!“ Der Treibstoff für Disziplin ist das pädagogische Konzept von „Belohnung und Strafe“ – auch und gerade dort, wo „ich mir selber mal was versage und gönne“. Zehn Vokabelkärtchen – ein Gummibärchen. Was für ein Leben 😳

Disziplin als Gleichschaltung und Standardisierung

Als Konzept findet sich Disziplin(ierung) vor allem in jenen Systemen wieder, die Michel Foucault mit „Überwachen und Strafen“ attribuiert: Fabriken, Schulen, Gefängnisse gehören zu den besonders wirksamen Orten. Disziplin hat eine Überwachungsfunktion. Sie wird als wirksamer Ordnungsgenerator eingesetzt, und sie wird umso wirksamer, als sie mit Überwachung verbunden ist: „Discipline is commonly applied to regulating human and animal behavior to its society or environment it belongs“ (wikipedia). Disziplin kommt zum Einsatz, um Individuen und Individuelles gleichzuschalten mit dem Zweck, die Ausübung von Macht zu organisieren. Disziplin ist ein Konzept, das erfunden wurde um Prozesse und Menschen zu standardisieren. Auch Schule wurde erfunden, um zu standardisieren.

Quelle: spiegel.de

Disziplin ersetzt Organisation durch Kontrolle

Wer sagt, dass die Selbststeuerung von Lernen Disziplin erfordere, überträgt das extrinsische Konzept der Disziplin(ierung) auf die intrinsische(n) Dimension(en) des Lernens. In Kontexten von Erziehung, Pädagogik, Sozialisation und Ausbildung ist dann bald einmal die Rede von Selbstdisziplin – und vom notwendigen, didaktisch „gesteuerten“ Prozess der Aneignung und Verinnerlichung. So entsteht im lernenden Menschen eine Art Hierarchie, in der der Ansatz der Diziplinierung mit zunehmender Lernbiografie nach oben rückt. Neugier, Leidenschaft, Feuer und Eifer, die ich für eine Sache entwickeln kann, und die in mir eine kreative Hartnäckigkeit des Lernens entstehen lassen, werden auf die hinteren Plätze verwiesen – oder sie mit Disziplin gleichgesetzt. Da gibt’s übrigens auch ein spannendes Buch dazu:

Selbstverständlich entwickle ich im Laufe meines Lebens Strategien der Selbst- und Affektkontrolle, und das fällt mir umso leichter, als sich meine Lebenswelt dabei als unterstützend erweist. Doch auch hier gilt: Es ist nicht das Lernen, das diese Selbstkontrolle „braucht“. Das Lernen ermöglicht sie.

Denn Lernen ist zuerst und grundsätzlich selbstgesteuert. Fremdsteuerung als Teil der Rahmenbedingungen (etwa durch Pädagogik und Didaktik) richtet sich nicht an das Lernen als Funktion unseres Daseins, sondern an seine schulische Organisation:

Mein Lernen kann gut oder schlecht organisiert sein – es ist jederzeit selbstgesteuert. Das muss mir nicht immer gleich stark bewusst sein als lernender Mensch, doch dieses Beweusstsein kann ich entwickeln. Dann steigt die Qualität von Lernen mit meinem Bewusstsein davon, dass ich es eigentlich jederzeit selbst steuere, und wie gut ich es deshalb selber organisieren kann – auf Ziele hin, die mir erstrebenswert erscheinen. Hier kommt Disziplin erst einmal gar nicht vor.

Tritt jetzt „Disziplin“ in den Vordergrund, wird die Selbststeuerung des Lernens zwar nicht völlig verdrängt. Was hingegen passiert: Disziplin ersetzt die Kräfte der Selbstorganisation durch das Prinzip der (Selbst-)Kontrolle. Wer dafür plädiert, dass selbstgesteuertes Lernen der Disziplin bedarf, ist im Mindset der Außen- und Fremdsteuerung unterwegs und macht sie zu einem Prinzip des Lernens.

Die Formulierung „Selbststeuerung von Lernen“ im Tweet weiter oben im Text insinuiert, dass es auch Formen des Lernens gibt, die nicht selbstgesteuert sind – und dass diese aus pädagogischer Sicht den Normalfall bilden. Wenn in diesem Mindset klassischer Ordnungskonzepte externe Steuerungsimpulse zugunsten einer Selbststeuerung des Lernens ersetzt werden, kann das – in diesem Mindset – nur gelingen, wenn zugleich auch das Moment der Disziplinierung an die Lernenden übergeben wird inklusive der „Verantwortung für sein eigenes Lernen“, die der Lernende gemäß Tweet nun ebenfalls zu übernehmen hätte. Selbststeuerung und Verantwortung werden hier an jemanden „übertragen“, der sie vorher nicht hatte. In Wirklichkeit können jedoch beide gar nicht übertragen werden.

Verantwortung wahrnehmen

Nicht nur Lernen ist immer selbstgesteuert. Selbst wenn ich es an die Wand fahre. Auch mit der Verantwortung verhält es sich aus ethischer Perspektive so, dass jeder Mensch sie a priori hat: für das, was er und sie tut und unterlässt, für das, was er und sie denkt und spricht. „Wir“ können also einem Menschen seine oder ihre Verantwortung für das, was er und sie denkt, tut, sagt und verschweigt, nicht übergeben, weil er und sie die immer schon haben. Sie sind Owner. Es reicht völlig, wenn das Bildungssystem den Lernenden diese Verantwortung nicht wegnimmt – um sie ihnen dann wieder grosszügig zu übergeben.

Wir lernen also nicht Verantwortung zu übernehmen. Im besten Fall realisieren wir, dass wir sie immer haben, wenn wir so oder so handeln, dieses tun und jenes nicht. Wir werden uns also unserer Verantwortung bewusst. Wenn jemand verantwortungsvoll handelt, dann nicht, weil er oder sie gelernt hat, sie zu übernehmen, sondern weil er oder sie realisiert hat: Ups, ich habe die ja jederzeit. Verantwortung ist aus ethischer Perspektive nicht etwas, das ich übernehmen und deshalb auch zurückweisen könnte. Ich kann sie lediglich wahrnehmen oder ignorieren.

Womöglich ist dem Menschen (dir und mir) ja aus eben diesem Grund viel mehr zuzutrauen an Verantwortung, an Empathie und Einflussnahme, als Schule insinuiert. Dann geht es jetzt um die Frage, wie sich der einzelne Mensch überhaupt seiner und ihrer Verantwortung bewusst werden kann. Und zwar lustvoll und nicht über das diesbezüglich deplatzierte Instrument der Diziplin(ierung). Mit dieser nicht ganz unwichtigen Frage nach dem Wesen der Verantwortung in Zeiten kollektiver Ausreden habe ich mich in meinem Buch „Die Moral ist tot. Es lebe die Ethik“ auseinandergesetzt (S. 90-123). Auch mit entsprechenden Vorschlägen aus der Literatur (u.a. Zygmunt Baumann, Susan Reiman, Hans Jonas, Kurt Homann, Julian Nida-Rümelin). Die Kernthesen finden sich hier im Autorengespräch mit Gunnar Sohn.

Das Lernen freilassen

Meine These lautet: Dass wir nur noch schwach an die Kraft und die Möglichkeiten glauben, die in uns Menschen schlummern, ist ein Effekt unserer Bildungs- und Erziehungspraxis, die diese Regel zur Ausnahme erklärt hat, um dadurch das Konzept der Disziplin zu begründen.

Wenn wir wollen,

  • dass mehr Menschen als bisher die Verantwortung für das, was sie denken, sagen und tun, wahrnehmen,
  • und dass sie sich in dieser Haltung zusammenfinden und mehr und mehr in Prozesse gestaltend und visionär eingreifen,
  • wenn wir zusammen dafür sorgen wollen, dass sich die Spiralen des Wahnsinns abflachen, verlangsamen und sich in andere, humane und nachhaltige Richtungen entwickeln,

dann sollten wir aufhören mit der Infantilisierung des Menschen durch lehrende und erziehende Systeme. Dann sprechen wir uns am besten jene Verantwortung zu, die uns von Alters her von großen Denkerinnen und Denkern unterstellt wird. Von Sophokles‘ Antigone über Kant bis in den modernen systemischen Konstruktivismus hinein geht es ja immer um die Kraft des Menschen, seiner und ihrer eigenen Verantwortung nachzukommen.

Dass es wirklich ganz anders werden kann, zeigt eines von vielen gelingenden und erfolgreichen Konzepten, das mir neulich im Netz begegnet ist: Die School Circles, die Demokratische Schulen in den Niederlanden praktizieren – nach dem Prinzip Sociocracy. Es gibt eine Video-Dokumentation, die eindrücklich die Unterschiede zum klassischen Schulsystem zeigt, und wie diese Unterschiede praktisch werden. Ich kann diese Doku wärmstens empfehlen, weil sie ein anderes Konzept zeigt, das funktioniert – jenseits aller Vorurteile und Ausreden.

Schließen möchte ich mit einem Statement, das mich sehr berührt hat. Foucault aus Kindermund:

Der Algorithmus des Bildungssystems, oder: „Für die Schüler sind wir das Internet!“

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Ein Lehrergehirn springt immer in dem Moment in den Habacht-Modus, wenn es von draußen etwas hört, das (s)einer Korrektur und Richtigstellung bedarf. Darauf ist das Lehrerinnengehirn konditioniert. Erstens dadurch, dass es, als es selbst noch ein Schülergehirn war, sehr gründlich die Auffassung verinnerlicht hat, dass Korrektur und Richtigstellung, dass Gewissheit und die Unterscheidung von richtig und falsch nur durch eine Autorität geleistet werden kann. Zweitens dadurch, dass es diese Lernerfahrung später in seinem Leben mit Hilfe eines Lehramtsstudiums in eine Lehrerfahrung zu transformieren lernte. Jetzt ist aus dem Schülergehirn also ein Lehrergehirn geworden, das jedoch in seiner Grundhaltung ein Schülergehirn geblieben ist.

In Aus- und Weiterbildung sind also Menschen tätig, die nicht das System gewechselt, sondern die lediglich einen anderen Platz eingenommen haben, von dem aus sie jetzt für die Reproduktion dieses Systems sorgen – eines Vermittlungssystem, das durch diese Vermittlungsarbeit dafür zu sorgen sorgt, dass Zutreffendes und Richtiges vermittelt wird und Nichtzutreffendes und Falsches nicht vermittelt. Die dafür sorgen, dass es zu diesem Zweck im Prozess der Vermittlung identifiziert und korrigiert wird („Habacht-Modus“) unter Rückgriff auf Unterlagen (Lehrpläne, Curricula, Lehrmittel usw.), in denen nicht nur die wirkliche Wirklichkeit festgeschrieben ist, sondern auch die Art, wie diese vermittelt wird und wie nicht – um tunlichst zu vermeiden, dass die Wirklichkeit des Bildungssystems und damit die der wirklichen Wirklichkeit falsch vermittelt wird.

Konkret

Ein Mathematiklehrer des Gymnasiums sagte zu mir: „Die Mathematik hat sich die letzten 100 Jahre nicht verändert. Warum also sollte sich der Mathematikunterricht verändern?“

Das Bildungssystem vermittelt und prüft also nicht nur pausenlos wirklich Richtiges in Abgrenzung von wirklich Falschem. Es vermittelt auch ganz fundamental und hermetisch ein Welt- und Menschenbild, sprich: Lernende Gehirne lernen in Aus- und Weiterbildung, dass dies die einzig wirkliche Wirklichkeit ist: dass Lernen immer die dankbare Erkenntnis und Annahme von vermittelt Richtigem ist und nur dann richtig funktionieren kann, wenn es von einer Autorität kontrolliert wird, die den Übergang von einem defizitärem Wirklichkeitszugang zu einer wirklichen Wirklichkeit garantiert, denn nur dann hat das lernende Gehirn einen ordnungsgemäßen Zugang zu dieser Wirklichkeit.

So entsteht ein Welt- und ein Menschenbild.

Konkret

Ein Berufschullehrer um die Vierzig meinte in vollem Ernst während einer Weiterbildung im vergangenen Winter vor versammelter, sich weiterbildender Mannschaft: „Wir brauchen kein Internet. Für die Lernenden bin ICH das Internet.“

Ohne Lehrperson also kein Weltzugang. Zumindest kein richtiger.

In diesem, vom Bildungssystem vermittelten Welt- und Menschenbild, ist der Weltzugang des lernenden Gehirns und der Zugang zu sich selbst jederzeit defizitär. Sowohl formal als auch inhaltlich. Das ist in diesem System „die Wirklichkeit“. Der Grund für das „Man(n) lernt nie aus“, hängt also nicht damit zusammen, dass es für ein lernendes Gehirn unendlich viel zu entdecken und zu kombinieren gibt. Es hängt damit zusammen, dass das lernende Gehirn (in diesem Welt- und Menschenbild) fundamental defizitär ist und ohne Anleitung durch korrigierende Autoritäten schlicht in die Irre geht – angesichts dessen, was es alles zu entdecken und zu kombinieren gibt. Das ist es, was ein lernendes Gehirn in Bildungssystemen als erstes und vor allem lernt.

Deshalb rennen im Moment auch alle wie wild in Weiterbildungen zum Thema „Digitalisierung“, statt sich einfach aufzumachen ins Netz und gemeinsam zu lernen, wie das geht. Wie soll das auch gehen, ganz ohne Lehrer? Ohne jemanden, der mir einen Plan macht und mich an der Hand nimmt und durchs Labyrinth führt?

In diesem Welt- und Menschenbild versteht das lernende Gehirn immer irgendetwas nicht richtig oder falsch und bedarf der Korrektur – und zwar immer durch korrigierende Systeme in der so genannten Außenwelt. Navigationssysteme, die mir sagen, wo es langgeht.

Immer wenn es um Bildung und Lernen geht (also immerimmer), sind diese Navigationssyteme zuerst durch Autoritäten repräsentiert, die in Bildungssystemen vorfindlich sind und durch diese zertifiziert. Im weiteren Verlauf des Lebens haben Vorgesetzte und PolitikerInnen dann ähnliche Funktionen – im Sinne einer Ableitung von der Ursprungsautorität des Bildungssystems.

Das lernende Gehirn (ein Pleonasmus, ich weiß) hat gelernt, dass es lebenslang Systeme braucht, die ihm (also dem lernenden Gehirn) die zutreffenden und richtigen Informationen über die Welt und den Zugang zu ihr vermitteln, nicht zuletzt, indem diese Systeme ständig richtig von falsch unterscheiden, denn das lernende Gehirn hat ja gelernt, dass es diese Funktion des Unterscheidens von Richtig und Falsch ohne eine korrigierende Autorität nur defizitär auszuüben in der Lage ist.

Soweit der Algorithmus des Bildungssystems

Das lernende Gehirn hat gelernt, dass es zeitlebens Lehrerinnen (und irgendwelche andere Vorgesetzte oder Politikerinnen) braucht, die ihm jederzeit mit der entsprechenden („diplomierten“) Autorität „sagen“, was richtig und was falsch ist. Und nicht zu vergessen: Ein lernendes Gehirn lernt in eben diesem System, dass es zeitlebens von diesem System abhängig sein wird, denn es lernt während seiner gesamten Lern-Biografie, also quasi lebenslang, dass es selbst immer nur korrekturbedürftige Bilder, Vorstellungen und Begriffe von der Welt (und auch von sich selbst als Teil dieser Welt) wird „herstellen“ können, die nur durch ein fortlaufendes, systematisches Korrekturwesen, repräsentiert durch korrigierende Autoritäten, richtig gestellt werden können.

Sicherheit gewinnt das lernende Gehirn (ein Pleonasmus, ich weiß) also in unsicheren Situationen nur, so hat es gelernt und lernt es pausenlos von Neuem, wenn es sich, je größer die Unsicherheit umso sicherer, an korrigierende, weil besserwissende Autoritäten wendet, die ihm sagen, was richtig und was falsch ist, und was jetzt wie zu tun ist, sprich: wie es weitergeht.

Das lernende Gehirn hat gelernt und ist tief und fest davon überzeugt, dass es ohne diese Autoritäten verloren ist. Deshalb ruft es nach ihnen. Deshalb googelt es sie.

Sicherheit gibt nur die Autorität

Das ist so ziemlich der einzige Grund, warum die Mehrheit der Menschen ganz tief davon überzeugt ist, dass es Autoritäten braucht, die über richtig und falsch bestimmen und dafür sorgen, dass das wahrlich Richtige auch getan wird. Das ist nicht die Natur des Menschen, liebe Frau Lehrerin, das haben er und sie aus der Schule.

Schule infantilisiert fürs Leben.

Es ist auch der Grund dafür, dass sehr, sehr viele Menschen pausenlos nach solchen Autoritäten rufen, damit jetzt endlich mal etwas geschehen möge. Es ist auch der Grund, warum die wenigsten Menschen realisieren, was ihr eigener Anteil am Lauf der Dinge und der Welt ist – denn dafür können sie ja (in diesem Welt- und Menschenbild) aufgrund ihrer defizitären Daseins- und Denkstruktur gar nicht zuständig sein, und ihre lernenden Gehirne haben sehr früh gelernt, dass alles, was sie wahrnehmen und fühlen, was sie zu sehen und zu denken glauben, ohne die Prüfung einer korrigierenden, äußeren Autorität gar keine Geltung erlangen kann.

Wenn wir also wollen, dass mehr Menschen als bisher ihr Leben, ihr Entscheiden, ihr Handeln und die Verantwortung für das, was sie sagen und denken und tun übernehmen, sich in dieser Haltung zusammenfinden und mehr und mehr in Prozesse gestaltend und visionär eingreifen, wenn wir wollen, dass sie zusammen dafür sorgen, dass sich die Spiralen des Wahnsinns wieder abflachen, verlangsamen und sich in andere, humane und nachhaltige Richtungen entwickeln, dann müssen wir uns von diesem Algorithmus des Bildungssystems verabschieden, der uns an diesen Punkt gebracht hat, wo wir heute stehen.

Dann müssen wir aufhören mit der Infantilisierung des Menschen durch lehrende und erziehende Systeme. Dann müssen wir dem Menschen (dir, mir und uns) jene Verantwortung zumuten, die ihm und ihr von Alters her von den großen Denkerinnen und Denkern zugesprochen und unterstellt wird.

Dass wir aufgehört haben, an die Kraft und die Möglichkeiten zu glauben, die im Menschen schlummern, ist ein Effekt des Bildungssystems, das diese Regel zur Ausnahme erklärt hat und systematisch dafür sorgt, dass es eine bleibt.

Es ist an der Zeit, diese Kiste über Bord zu werfen und neu anzufangen – und zwar so.

Wie wir Lernen erfolgreich organisieren. Ein Vorschlag, der funktioniert

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Wenn ich mit meinen Klient*innen zusammen Lernprozesse organisiere, dann gibt es nur zwei Vorgaben: Ein mehr oder weniger konkretes Thema, das die Lernenden umgehend ihren Lern- und Arbeitsbedürfnissen anpassen – und zwei bis drei Kompetenzziele: Was können sie am Ende dieses Prozesses (besser/anders), und woran merken sie selber, dass sie es können?

Von da an organisieren die Teilnehmenden ihren individuellen und gemeinsamen Lernweg selbst, unterstützt durch eine gewisse Anzahl Prozess-Coaches, die vor allem fürs Facilitating zuständig sind. Die klassischen Strukturen (Classroom, Lektionenstruktur, Curriculum) sind hier aufgelöst zugunsten fluider Lernprozesse mit maximaler Selbststeuerung durch die Klient*innen.

Diesen Paradigmenwechsel – vom Lehr-Lern-Modell zum selbstorganisieren Lernen – vollziehen die Klient*innen im Verlauf eines solchen Prozess ganz von selbst und wissen die dadurch wachsenden Kompetenzen und die Vernetzung mit enorm wertvollen Ressourcen sehr zu schätzen. Nicht zuletzt realisieren sie, dass diese agilen, digital fundierten Lernprozesse sich nur wenig bis gar nicht von dem unterscheiden, wie sie sich auch sonst die Welt erschliessen.  Als neu und ungewohnt erleben viele Klient*innen das kollaborative Lernen und Arbeiten, das im Bildungssystem und in den meisten Arbeitskontexte nicht vorgesehen ist, obwohl es die Lern- und Arbeitsform des Digitalen Zeitalters ist – und genau diese Lern- und Arbeitsformen bringen sie sich sukzessive selber bei – indem sie es machen. Wie?

Die Lernenden bilden so genannte Communities of Practice, in Anlehnung an das Modell des „Social Workplace Learning“. Sie organisieren die Lernprozesse entlang der geforderten Kompetenzen selbst und überprüfen Lernfortschritte nach einfachen Rückmeldeverfahren. Diesen Ansatz habe ich hier strukturiert beschrieben.

Solche Lernprozesse verstehen „Digitale Transformation“ nicht im Sinne des Einspeisens digitaler Methoden und Tools, sondern so, dass die Digitale Transformation selbst den Rahmen dieses Lernens (und übrigens auch des Arbeitens) bildet. Was damit gemeint ist, lesen Sie hier. Ein wichtiger Unterschied bei diesem neuen Zugang zu traditionellen Lehr-Lern-Kontexten ist, dass die KlientInnen dabei jene Kompetenzen entwickeln, die für das Arbeiten im Digital Age unverzichtbar geworden sind.

Was in diesem neuen Mindset vor allem zur Verfügung gestellt wird, sind drei Gefässe:

  • Ein digitaler Ort, an dem die für die Weiterbildung notwendigen Daten und Informationen gespeichert sind – für alle zugänglich und frei zu bearbeiten und zu verändern. Im Sinne des „open access“ sind in diesem Space auch und vor allem Verweise zu wichtigen Quellen deponiert und für die Studierenden die Möglichkeit, ihre eigenen Quellen zu integrieren (z.B. ein shared „one note“ oder „evernote“) und ihren eigenen Lernprozess nach ihren Maßgaben zu dokumentieren („Personal Learning Environment“).
  • Eine Plattform für Kommunikation, Chat, Austausch und Vernetzung (z.B. #twitter, slack, microsoft teams, yammer)
  • Eine Plattform für Online-Konferenzen (skype, appear.in, zoom.us, adobe connect, gotomeeting).

Hier finden Sie ein Interview mit einer Klientin, die das am eigenen Leib erfahren hat.

Einen Kompaktkurs, der diese Form des Lernens erlebbar macht, finden Sie hier.

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie neugierig geworden sind und Lust haben, das selbst einmal auszuprobieren.

Über Motivationsgerüch(t)e

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Quelle: transferio.at

Der Blogger Stephen Downes ist für mich eine kreative und faszinierende Informationsquelle zum Thema Bildung & Lernen 4.0. In einem seiner Newsletter dokumentiert er folgenden Satz aus einem Gespräch mit einem Kollegen:

Essentially, intrinsic motivation exists only if there is autonomy, competence and relatedness. Worse – extrinsic motivation kills intrinsic motivation. As soon as we start getting rewards or punishments, we have lost intrinsic motivation. So, Dron says, education systems are systematically demotivating.

(Im Prinzip existiert intrinsische Motivation nur aufgrund von Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit. Extrinsische Motivation tötet intrinsische Motivation. Sobald wir mit Belohnung und Bestrafung anfangen, haben wir die intrinsische Motivation bereits verloren. Deshalb sind Bildungs- und Erziehungssysteme auf systematische Weise demotivierend.)

Wie sehen alternative Lernsettings aus, die die intrinsische Motivation nicht nur stärken sondern auf ihr aufbauen? Auch hier finde ich Antworten bei Downes:

The focus on the ‚4Ps‘ of creative learning:

  • Projects – We learn best when we are actively working on projects – generating new ideas, designing prototypes, making improvements, and creating final products.
  • Peers – Learning flourishes as a social activity, with people sharing ideas, collaborating on projects, and building on one another’s work.
  • Passion – When we focus on things we care about, we are likely to work longer and harder, to persist in the face of challenges, and to learn more in the process.
  • Play – Learning involves playful experimentation — trying new things, tinkering with materials, testing boundaries, taking risks, iterating again and again.

Und welche Lernumgebungen braucht es für dieses „neue Lernen“?

Ganz sicher wird das Klassenzimmer für solche Formen des Lernens nicht mehr funktionieren. Es braucht „Learning Landscapes“, in denen ich Strategien entwickeln kann, um in chaotischen, schwach strukturierten Umgebungen zu lernen. Dieses Lernen ist nämlich viel weniger kontrolliert, weniger zertifiziert, dafür hoch kollaborativ. Es geht um „Lernen im Chaos“ und darum, selbstständig Lernentscheidungen zu treffen, um in vielfältigen Teams anschluss- und arbeitsfähig zu bleiben. Lebenslang: It is about operating and interacting in a complex and multi-dimensional environment“.

Wohin mit all den Lehrer*innen? Kommt jetzt der Lern-Coach?

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Quelle

Entgegen der Annahme, dass der Lehrerberuf einer der wenigen sei, die der Digitalen Transformation nicht zum Opfer fallen, gehe ich davon aus, dass es ihn in der jetzigen Form nur deswegen noch gibt, weil er staatlich geschützt ist wie nichts anderes. In diesem Blog-Post geht es mir deshalb um die Frage: Was kommt nach dem Lehrer? Der Coach?

Wenn ich Bildung im Digital Age auf den Punkt bringe, dann geht es nicht mehr darum, was gelehrt wird, sondern wie gelernt wird. Es geht nicht mehr um Inhalte, Fächer und Lernziele, sondern um das Lernen selbst. Alles andere steht immer, überall und jeder zur Verfügung. Der Raum, in dem wir lernen, ist nicht mehr das didaktische Gehege und das pädagogische Reservat, sondern der Digital Space, der überall ist, wo Menschen jeden Alters leben und arbeiten – und also lernen. Wir benötigen keine künstlichen Lernräume mehr, aus denen Menschen am Ende ihrer Bildungskarriere ausgewildert werden müssen, um dann später für punktuelle Weiterbildungen dorthin zurückzukehren wie an eine Ladestation. Die Organisation von Bildung und Lernen vollzieht sich vielmehr in dezentralen Netzwerken, wie ich sie hier beschrieben habe. Um es mit einem Begriff des spanischen Soziologen Manuel Castells zu benamsen: im „Space of Flows“.

In diesem Setting ist der Beruf der Lehrenden in seinen vielen Facetten, Ausbildungs- und Gehaltsstufen nicht mehr gefragt. Die Omnipräsenz und mythisch überhöhte Alternativlosigkeit des Lehrerberufs verdankt sich im Moment nur noch der Tatsache, dass „der Staat“ das Bildungsmonopol hält. Er bestimmt über Inhalte, Ziele, Lehrerausbildung, Zulassung, Zertifizierung und Zugänge zu Berufen. Solange der Staat die Oberhand der Regulierung hat und Bildung ein derart geschlossenes System ist, wird die Lehrerprofession als geschützter Beruf problemlos überleben.

Die Dynamik der Digitalen Transformation weiß dieses Monopol jedoch täglich besser zu umgehen. Menschen, Firmen und Institutionen organisieren Bildung und Lernen um dieses Monopol herum, weil es nicht mehr anders geht. Leben und Arbeiten im Digital Age erfordern ein so hohes Maß an Wissen und Fähigkeiten, die im Bildungssystem nicht entwickelt werden können, dass sich derzeit rund um den Globus völlig neuartige, digital vernetzte, auch vom Kapital getragene Lernformen und Lernformate entwickeln – und zwar sehr erfolgreich.

Was bedeutet das für Menschen, die in lehrenden Berufen unterwegs sind bzw. sich dafür entschieden haben, einen auszuüben?

Sie müssen sich bald einmal weiterbilden. Und zwar selbstverantwortet, dezentral, digital vernetzt und außerhalb ihres eigenen Systems. Ganz wichtig dabei: Das wird ein „Umbilden“ sein. Ein durchaus schmerzhaftes und unausweichliches Verlernen tiefsitzender Rollen- und Menschenbilder, ein Verlernen von Beziehungsmustern im Sinne von „Lehrer und Schüler“. Ein Abschied nehmen von der Mär der eigenen Unverzichtbarkeit – nicht als Mensch, sondern als Profession.

Meine Vermutung ist: Das wird nur Wenigen gelingen.

Solche Prozesse des Umlernens und Umbildens werden nicht mehr in den bekannten Formen und Formaten der Lehreraus- und weiterbildung stattfinden. Nicht mehr in exakt umzirkelten Kursen, die mit Bolognapunkten behängt sind. Diese Formate haben ja ausgedient – bis auf den derzeit noch entscheiden Aspekt der Zertifizierung. Wenn der einmal fällt, fällt das System in sich zusammen. Was mache ich dann, wenn ich ein Lehrer bin? „Dann“ ist es womöglich zu spät, denn du musst den Löwen hören. Wenn du ihn siehst, ist es zu spät.

Welche Perspektiven bieten sich da für lehrende Berufe?

Diese Frage kann ich von zwei Positionen aus beantworten. Erstens: Welche Profession tritt an die Stelle des Lehrerberufs? Zweitens: Wie und wohin entwickle ich mich als Lehrer*in oder Dozent*in weiter?

Zuerst: Eine neue Profession wird es vorderhand nicht geben, weil die Kernfunktionen der alten hinfällig sind. Es wird die alte Profession geben, solange sie „geschützt“ ist. Der Beruf als solcher läuft jedoch langsam aus. Umso absurder ist es IMHO, eine milliardenschwere Industrie am Leben zu erhalten, die ein Professions-System alimentiert, das in einer digital transformierten Kultur nicht mehr gebraucht wird.

Was es hingegen massiv geben wird, sind neue Aufgaben und Funktionen, die sich aus den sich völlig neu formatierenden Bildungsbiografien von uns Menschen entwickeln. Das geschieht ja schon heute in zügigem Tempo. Solche Funktionen platzieren und verteilen sich vor allem in digitalen Kontexten, wo sie ohne Zeitverzögerung („instantan“), in hoher Qualität und in neun von zehn Fällen kostenlos aufgerufen werden können. Von lernenden Individuen jeden Alters ebenso wie von lernenden & arbeitenden Teams: als Text, als Video, in Form einer Community, als Helpline, als MOOC, Tutorial, Online-Kongress, als Online-Forum, und mehr und mehr als „Personal Learning Network“, das sich heute immer mehr Menschen jeden Alters zusammenbauen. Unerreicht ist für mich in diesem Kontext nach wie vor Anja C. Wagners entsprechender Video-Post.

Funktionen, die angesichts dieser rasanten Entwicklungen in den nächsten Jahren wichtig werden, sind begleitende, unterstützende und beratende – und zwar vor allem an den Schnittstellen und Übergängen ins Digitale Zeitalter, und gerade was das Lernen und Arbeiten in diesen neuen technischen, ökonomischen und kulturellen Kontexten betrifft. Diese Übergänge und das „Auswildern“ sind von den allermeisten lernenden und arbeitenden Menschen noch nicht annähernd erreicht, auch nicht von den Angehörigen lehrender Berufe, ihrer Ausbilder und Ausbildungsstrukturen. Aus eben diesem Grund sind lehrende Berufe auch nicht für beratende und unterstützende Aufgaben im Kontext der Digitalisierung geeignet, ungeachtet der Tatsache, dass es in diesen Berufen vereinzelt Menschen gibt, die digital affin sind. Aber Hand aufs Herz: Wie viele vegetarische Fleischer kennen Sie?

Warum aus dem Lehrer kein Coach wird

Wird aus dem Lehrer also in Zukunft ein Coach, wie hier und da zu hören ist? Immerhin weisen das ja (sehr) viele Lehrer vehement zurück. Ich denke auch nicht, dass es so kommen wird. Zum einen ist der ausgebildete und professionell arbeitende Coach nicht wirklich ein Beruf, sondern eine hoch differenzierte Funktion, die weder an Lehr-Lern-Settings gebunden ist noch an sie gebunden werden kann. Sie bezieht ihren Nutzen gerade daraus, dass sie in allen erdenklichen beruflichen Kontexten wirksam wird, wenn es um menschliche Entwicklung geht – und sie wird von Menschen aus freien Stücken nachgefragt.

Der Hauptgrund, warum Lehren und Coachen nicht zusammengehen und sich auch nicht ergänzen, hängt eng mit dem Menschenbild zusammen, dem sich – exemplarisch – das Beratungsverständnis des Schweizerischen Berufsverbands (bso) verpflichtet, der als verantwortliche Institution für die (u.a. eidgenössische) Anerkennung aller diesbezüglichen Ausbildungen und deren Wirksamkeit steht. Im professionellen Coaching trägt der Klient und trägt die Klientin die volle Verantwortung für die Inhalte und Ergebnisse, während der Coach in größtmöglicher Offenheit, Transparenz und in ausnahmslosem Respekt vor den Entscheidungen der Klientin „lediglich“ für den Prozess und seinerseits für die Wahrung der Klienten-Autonomie verantwortlich zeichnet.

Ziel eines jeden Coachings ist, dass der Klient auf selbstbestimmte Weise zu seinen Ressourcen und zu seinen Lösungen findet. Der Coach repräsentiert in keinem Moment gegenüber der Klientin einen Lehr- oder Lernplan. Er vermittelt keinerlei Inhalte und veranstaltet schon gar keine Kontrollsettings, in denen der Klient gegenüber dem Coach Rechenschaft abgibt über seine „Lernfortschritte“. Coaching ist Befähigung zur Selbstführung und zur Selbstorganisation. Bedürfnisse von Klientinnen nach Ratschlag und Unterweisung nimmt der Coach stets zum Anlass, um mit ihnen darüber zu reflektieren, diese Bedürfnisse zu klären und sich klar dagegen abzugrenzen, ohne solche Bedürfnisse dadurch zu entwerten. Coaching ist also ein äusserst anspruchsvolles Setting – und gerade deshalb hoch wirksam.

Wie werde ich ein Coach?

Wer sich also als Lehrende*r über eine offizielle Ausbildung oder auf anderen Wegen zum Coach entwickelt, nimmt sukzessive Abschied von den Kernannahmen des pädagogisch-didaktischen Verhältnisses zwischen Lehrer und Schüler – und überhaupt zwischen Menschen. Wenn ich mich dafür entscheide, Menschen als Coach auf professionelle Weise in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu begleiten, kommen folgende Themen und Entwicklungsschritte auf mich zu:

  • Ich mache mich kundig über die drei fundamentalen, theoretischen Bezugspunkte des Coachings: (I) Den systemischen Zugang zum Menschsein und zu unseren Kommunikationen, (II) zum Wirklichkeitsmodell des systemischen Konstruktivismus, und (III) zur Theorie der Selbstorganisation von Mensch und Gemeinschaft.
  • Auf diesem Hintergrund entwickle ich ein Verständnis vom Lernen als Selbstorganisation von Individuen, von Gruppen und Organisationen. Ich setze mich intensiv mit der eigenen Lernbiografie auseinander, mit den vielfältigen Zusammenhängen von Lernen und Krise und mit der Reflexion auf meine persönlichen Krisenmuster.
  • Ich lerne nach und nach zu unterscheiden zwischen kausalen und systemisch-konstruktivistischen Grundlagen der Beratung (sprich: von der Fachberatung zur Problemlösekompetenz), indem ich diese Unterschiede praktiziere und mit anderen zusammen auf diesem Lernweg reflektiere. Ich entwickle eine eigenständige Ethik des Beratens.
  • Ich finde immer mehr heraus über den Sinn von und den Umgang mit Lernstrategien.
  • Ich übe und reflektiere mit anderen zusammen – manchmal durchaus unter professioneller Anleitung
    • die Moderation von Lerngruppen aus der Perspektive des systemischen Coachings,
    • das Konfliktmanagement in Lerngruppen,
    • Digitale und analoge Methoden und Instrumente des Coachings mit einzelnen Personen und mit Lerngruppen.
  • Ich vernetze mich im Verlauf dieser Prozesse immer mehr mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen und Arbeitsfeldern, die ähnlich interessiert sind an diesem Phänomen des Coachings.
  • Ich entdecke mehr und mehr Angebote zur Reflexion, zur Vertiefung, zur Verknüpfung von Coaching-Kompetenz: digital und im Meatspace.

Wenn Sie sich für einen solchen Weg interessieren, empfehle ich Ihnen zwei Anbieter: Das Institut für Angewandte Psychologie, und das Institut für Systemische Impulse – beide in Zürich. Wenn Sie sich einen Überblick über das Beratungsverständnis des Schweizer Berufsverbandes verschaffen möchten, empfehle ich Ihnen die Homepage des bso. Sehr wertvolle Erfahrungen habe ich auch mit dem nach wie vor kostenlosen MOOC „Leading from the Emerging Future“ vom Team um Otto Scharmer am MIT gemacht. Auch hier geht es an vielen Stellen um waschechte Coaching-Kompetenz – die beim Auswandern nach Digitalien äußerst wertvolle Dienste leisten kann.

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