… und plötzlich ist da diese KI

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ChatGPT hat ein weiteres Mal den Vorhang gelupft, wodurch wieder einmal, in immer kürzeren Abständen, der Stand der Entwicklung sichtbar wird, die „wir nicht für möglich gehalten hätten“.

Es entsteht also regelmässig der Eindruck von Plötzlichkeit, ähnlich wie beim Klima. Dabei handelt es sich um eine Kontinuität mit exponentiellen Effekten, die auch pausenlos beobachtbar ist und reflektiert wird. „Plötzlich“ kommt das nur für die, die den Rest ihrer Zeit mit Abwinken beschäftigt sind.

Doch ichduersiees kann diese Kontinuität wahrnehmen, gestalten, einbauen, indem ich z.B. in den entsprechenden Netzwerken unterwegs bin, indem ich Diskussionen und Foren folge, an ihnen teilnehme. Indem ich Interesse entwickle, Neugier, indem ich verstehen und begreifen will und mitgestalten. Die Möglichkeiten nutzen, den Einsatz von Technologien kritisch begleiten, meinen Beitrag leisten – zusammen mit anderen.

Quelle: https://vm.tiktok.com/ZMFcwFoo1/

Das alles ist möglich – und es geschieht. Es gibt mehr Menschen, die in Digitalien leben, arbeiten und mitreden, als in den Katakomben Analogistans und Pädagogistans vermutet wird. Das hat den Vorteil, dass sich Alternativen schon lange bilden, entlang der technologischen Entwicklungen. Die Kultur schläft nicht. Es gibt nicht nur die negativen Folgen von Technologie, die vor allem von Exponent*innen und Fans des Bildungssystems bewirtschaftet werden.

Diese Ängste kommen vor allem daher, dass die, die sie haben, uninformiert sind, nichtwissend und hilflos. Sie setzen sich nicht konsequent mit diesen Dingen auseinander. Sie lassen sich intellektuell und alltagspraktisch vor den Möglichkeiten hertreiben – und immer wenn der Vorhang mal wieder aufgeht, geht das Gezeter los. Jedes Mal dasselbe Gezeter. Wie bei den Fröschen des Ovid. Es geht ein Zaudern und Zittern durch die Gehege, das sich schnell wieder legt.

Ich vermute, dass das Schulsystem in nicht allzu ferner Zukunft einfach den Referenten auswechseln wird. Nicht mehr Wikipedia oder Google, die ehemaligen Erzfeinde, die heute nicht mehr wegzudenken sind, sondern in Zukunft eben openai und ihre Derivate. Schule wird vor der Abhängigkeit einknicken und neue Kontrollettis für die Kids erfinden, damit das Gefühl erhalten bleibt, wenigstens irgendwas kontrollieren und bewerten zu können.

Die technologischen Entwicklungen werden nicht dazu führen, dass Schule anfängt sich grundsätzlich zu hinterfragen, auch ihre eigenen Referenz-Systeme nicht. Sie werden keine Kehrtwende hinkriegen zur Entwicklung tatsächlichen Kritischen Denkens, zu einer selbstverständlichen Praxis von Kollaboration, für ein next level der Kommunikation, oder für das Ertüfteln von Problemlösekompetenz. Sie werden weiterhin unterrichten, unterrichten, unterrichten, neue Fächer raushauen, fancy Prüfungstools raushauen, am linearen Präsenzgedöns festhalten – und selbstverständlich weiterhin Hausaufgaben verteilen bis der Arzt kommt. Schule kann nur mehr desselben, in einer Welt, in der kein Stein auf dem anderen bleibt.

Allen, denen das Angst macht, sei gesagt: Die Alternativen existieren. Es gibt genügend Initiativen in Forschung, Ökonomie und Bildung, die mit hohen ethischen Standards und klaren Zukunftsvisionen unterwegs sind. Das ist jedoch kein Grund, sich zurückzulehnen sondern einer, sich einzusetzen: dafür, dass diese Alternativen zu den absterbenden Systemen an Stabilität gewinnen, an Tragfähigkeit, an Belastbarkeit.

(Text ohne Einsatz von ChatGPT o.ä. verfasst)

Autor: Christoph Schmitt, Bildungsdesigner, Coach & Supervisor ZFH

Bildungsaktivist, Bildungsdesigner, Ressourcenklempner, Ethiker, Rituals Expert. Ich unterstütze Menschen und Organisationen beim "Digital Turn" - systemisch & lösungsfokussiert. Ich coache Menschen in ihren Entwicklungsphasen und begleite in einschneidenden Lebensmomenten durch die Gestaltung von Ritualen.

2 Kommentare zu „… und plötzlich ist da diese KI“

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