Die alte und die neue DNA von Bildung

Die Verteidiger:innen der Schule behaupten, dass alles, was nicht Schule ist, was ausserhalb ihrer Kultur, Tradition und ihres Einflussbereichs liegt, keine richtige Bildungsarbeit sei, mindestens insuffizient, in jedem Fall elitär. Sie sagen, dass alles was mit Bildung und mit Lernen zu tun hat, wirklich korrekt und gerecht nur innerhalb des Schulsystems passieren könne. Abgesehen davon, dass sie diesem Anspruch selber gar nicht gerecht wird, dient dieses in Dauerschleife reproduzierte Narrativ vor allem als Argument, um die DNA von Schule in die Zukunft zu retten – ohne zu realisieren, dass es das Ökosystem, für das diese DNA entwickelt wurde, gar nicht mehr existiert.

Auf der anderen Seite sind wir, die Beschulten. Wir lassen uns von den Repräsentant:innen eines autoritären, patriarchalen und hierarchischen Bildungssystems um den Finger wickeln, wenn sie uns klar machen, dass und warum es Schule auch heute noch braucht – und wir glauben und vertrauen (!) ihnen gegen jede Evidenz die Kinder und Jugendlichen an. Wir geben sie täglich und ihre ganze Kindheit und Jugend lang in die Hände derer, die um jeden Preis einen Status Quo aufrecht erhalten, weil ihnen die Konzepte, das Vorstellungsvermögen und die Kompetenz für etwas anderes fehlen.

Wir, die Beschulten, bringen für jeden einzelnen, überforderten Schuldirektor oder Lehrer mehr Verständnis auf als für das Kind, das wir jeden Tag in diesen Käfig schicken. Verkehrte Welt.

Während in Zürich mittlerweile jede zweite 14-jährige unter Schulstress leidet, müssen wir uns von neoliberalistischen Leistungsfetischisten sagen lassen, dass die Jugend verweichlicht sei.

Woher kommt diese Treue gegenüber einem Bildungs- und Erziehungssystem, das täglich mehr von jenen Problemen hervorbringt, die es zu verhindern vorgibt?

Warum werden in einer Studie zur Zufriedenheit mit dem Schweizer Schulsystem ausgerechnet jene nicht befragt, die da jeden Tag hingehen, weil sie alternativlos müssen? 40 Prozent dieser Befragten wiederum finden, Schule bereite zu wenig auf das vor, was danach kommt und 60 Prozent von ihnen sagen, Schule tue zu wenig gegen Mobbing.

Was dabei aussen vor bleibt: dass Schule selber ein Nährboden für Mobbing ist. Was also sollte sie dagegen tun können, wenn sie als in der Wolle gefärbtes Belohnungs- und Bestrafungssystem der ideale Boden dafür ist?

Gleichzeitig werden in der Umfrage jene Eltern, die sich im Interesse ihres Kindes einmischen, von über 90 Prozent der Befragten als besonders lästig empfunden, während 60 Prozent der Befragten den Eltern (also irgendwie ja auch sich selber) vorwerfen, sie würden sich insgesamt zu wenig um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Verkehrte Welt.

Wie kommt’s, dass wir komplett desensibilisiert sind für das, was sich uns in Sachen Schule über Erfahrung, Intuition und Wissenschaft zeigen möchte, und was uns bedeuten will, dass Schule als Organisationsprinzip von Bildung und Lernen ausgedient hat?

Was einst unsere Einwände gegen Reformen waren („Aber mann muss doch auch noch berücksichtigen dass …“) die dann zu Ausreden gegenüber Veränderung wurden („Wir würden ja gerne, aber …“), haben wir mittlerweile weiterentwickelt zu Abwehrreflexen, die wir den realen sozialen und individuellen Wirklichkeiten wie Pfeile entgegen schleudern, wenn sie in das Feld unserer Wahrnehmung treten.

Dem Heilsversprechen (reine Schulbildung) liegen bis heute und erstaunlicherweise höchst erfolgreich folgende (Bildungs-) Dogmen und neuzeitliche Mythen zugrunde: Die elementaren Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden nur durch (immer frühere) Beschulung erworben. Der nächste Mythos und dem Vorangegangenen zugrundeliegende ist: das Kind (der Mensch) ist von Natur aus unfähig und unwillig, sich selbst zu bilden. Die nächsten beiden ‚Bildungsdogmen‘ sind nicht nur paradox, sondern auch gänzlich inhuman: die Bildung und die Sozialisierung des Menschenkindes ist ausschließlich durch die Trennung von seiner Familie und dem ‚wirklichen‘ Leben (der Gesellschaft) über die ganze und verlängerte Kindheit möglich! Und: Nur und ausschließlich durch Bildungs und Schul-Pflicht und Zwang, erst durch die Un-Freiheit wird das Menschenkind befähigt und überhaupt berechtigt, später (nach der ‚verlängerten‘ Kindheit) in ‚Freiheit‘ zu leben. (Quelle)

Was könnte da noch helfen, wenn Wissenschaft und eigene Erfahrung von Leid und Misslingen an der Treue gegenüber einem System abprallen, das dieses Leid ja hervorbringt im Sinne einer fortlaufenden Reproduktion desselben – nicht nur was das schal gewordene Wohlstandsversprechen betrifft oder die Aufklärungsidee und den Partizipationsgedanken – oder einfach nur diese seit langem uneingeholte Behauptung, Schule würde auf das Leben vorbereiten?

“Mit welchem Argument schließt man 16-Jährige, 12-Jährige, 8-Jährige vom demokratischen Prozess aus — Menschen, die viel stärker von den Folgen heutiger Entscheidungen betroffen sein werden als die Älteren und die folglich ein Mitspracherecht verdient hätten? Eigentlich sollte ihre Stimme mehr zählen als die der Älteren, eigentlich fehlt eine Art chronopolitische Zukunftsdividende. Es braucht eine größere Offenheit, Partizipation und Transparenz für die demokratischen Prozesse, eine Durchdringung von politischer Debatte und bürokratischer Entscheidung, eine stärkere Hitze und größere Intensität des täglichen Miteinanders in konstruktiver Art und Weise, ein Bewusstsein dafür, dass der Staat nichts Abstraktes ist, sondern nur eine Abstraktion dessen, was wir sind, als Gemeinschaft, Gesellschaft, Bevölkerung. Ein neues, anderes Bewusstsein ist elementar, wenn es darum geht, eine andere Demokratie zu denken, zu sehen, zu realisieren.” (Quelle)

Wozu es Schule braucht und wozu nicht

Schule ist historisch gesehen Teil jenes Organisationsprinzips, jenes Ensembles an Institutionen, durch die sich Gesellschaft organisiert. Auch die Ökonomie ist ja so ein Konstrukt. Schule und Wirtschaft sind Geschwister.

Mit Hilfe einer Institution wie Schule und den dahinter liegenden Prinzipien regelt eine Gesellschaft sich selbst und ihre Abläufe und – ganz wichtig: sie regelt, nach welchen Kriterien sie Selektion betreibt. Zum einen hinsichtlich der Bedarfe auf dem Arbeitsmarkt, oder in den Wissenschaften, in der Forschung, in der Politik, zum anderen bezüglich ihrer Schichtung: Wie viele Wohlhabende darf es geben, wie viele Arme muss es geben, damit „das System“ funktioniert?

Zwar gibt es innerhalb des Schweizer Schulsystems bis heute diesen anti-ökonomischen Reflex, der den Einfluss von Unternehmen mit grosser Emphase aus dem Schulbetrieb herauszuhalten sucht mit der Begründung, „die Wirtschaft“ würde ihren Einfluss in der Schule wohl nur geltend machen, um entsprechende Arbeitskraft zu generieren. „Lasst uns die Schule und die Kinder vor dem verderblichen Zugriff der Profitgeier schützen!“ lautet der Schlachtuf. Dabei tut Schule ja gerade aufgrund ihrer DNA nichts anders als junge Menschen für diesen Maschinenpark zu präparieren. Sie strukturiert sich und organisiert Bildungsarbeit in ihrer Funktion als Selektionsmaschine exakt so, dass die ökonomischen Tiefenstrukturen von Gesellschaft funktionsfähig bleiben – und reproduziert damit etwas, das wir ja eigentlich loswerden müssten …

Schule organisiert Verteilung. Das ist ihr Job. Der Staat hat sich vor langer Zeit ein Schulsystem gegeben, das auch ein Erziehungssystem ist, um Gesellschaft zu organisieren. Das war’s.

Damit Menschen sich als Menschen entwickeln und entfalten können, damit sie gute Bedingungen haben um zu lernen und sich zu bilden, braucht es gar keine Schule und erst recht nicht die Art von Schule, die es heute gibt. Was das betrifft, haben wir die nötigen Informationen.

Es ist heute klar, dass Schule, so wie wir alle sie kennen und durchlebt haben, der denkbar ungünstigste Ort ist für den Menschen, um zu lernen und sich zu bilden. Das wird seit vielen Jahrzehnten immer wieder – auch durch pädagogische Forschung – belegt. Unter anderem um diese Forschung sichtbar zu machen, habe ich vor knapp acht Jahren mit meinem Blog begonnen.

Warum sich da nicht wirklich etwas ändert? Weil Schule gar nicht erfunden wurde, um Menschen ideale Lernräume zu bieten. Sogar Lesen und Schreiben können heute nicht mehr oder weniger Menschen als zu der Zeit, als die Schulpflicht eingeführt wurde. Es ging damals nämlich gar nicht darum, dass es Schule braucht, damit Menschen Lesen lernen. Der Staat wollte darüber bestimmen können, was sie lesen (Quelle).

Schule wurde entwickelt, um eine konkrete historische Form von Gesellschaft zu reproduzieren und darin ein bestimmtes Verständnis von Gesellschaft, von Ökonomie, von Politik, von Sozialität, von Autorität. Das ist bis heute die DNA von Schule. Dabei reproduziert sie nicht „irgendeine“ Gesellschaft, sondern eine bestimmte Gesellschaftsform – nämlich jene aus der Zeit, als Schule erfunden wurde.

Deshalb, weil es um die Reproduktion von Verhältnissen geht, wird eine Gesellschaft auch nicht gerechter oder ungerechter durch Schule – weil Schule dafür zu sorgen hat, dass Gesellschaft bleibt, was und wie sie ist. Das ist ja die Aufgabe einer DNA. Wenn wir eine andere Gesellschaft wollen: (mehr) Gerechtigkeit, (mehr) Diversität, (mehr) Gleichwürdigkeit, (mehr) Kritisches Denken, (mehr) Empathie, (mehr) tatsächliche Kollaboration – dann geht das nur über eine andere DNA, sprich: wir erreichen das nur, wenn wir Bildung und Lernen anders organisieren als über Schule. Diese DNA gibt es bereits. In Nischen und kleinen Biotopen. Doch gegen den Dino des Bildungssystems sind diese Initiativen chancenlos.

Denn die DNA von Schule stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es ist eine Dino-DNA.

Die DNA von Schule hat das 21. Jahrhundert überlebt

Zwae hat sich „die“ Welt seit der Erfindung von Schule bis zur Unkenntlichkeit weiterentwickelt – und doch leiden nicht wenige Menschen rund um den Globus weiterhin unter furchtbaren Auswüchsen, die einfach nicht verschwinden wollen – im Gegenteil:

Was heute an autoritären, patriarchalen, industrialistischen, klerikalen, heterosexistischen, misogynen und Strukturen Urständ feiert – unter den verzweifelten bzw. resignierten Augen vieler Engagierter (die es ja auch innerhalb des Schulsystems gibt), war nie wirklich weg.

Weil Schule bis tief in ihre Wurzeln ein Konstrukt des 19. Jahrunderts ist, reproduziert sie diese in der Theorie überwundenen Phänomene, die wir zwar heute als humanoide Zerrformen benennen können, die wir aber solange nicht überwinden, als Kinder von einem System beschult werden, das z. B. den Grad an Rassismus in einer Gesellschaft in ihrem Handeln als System nur reproduzieren kann.

Zwar sagen uns die Oberhäupter immer wieder, Schule sei halt mit all dem überfordert. Doch in Wahrheit kann sie gar nicht anders als Menschenbilder und soziale Wirklichkeiten zu reproduzieren, denn dafür wurde sie vor mehr als einem Jahrhundert erfunden.

Schule speichert Vergangenheit und wer „Vergangenheit speichert, speichert auch deren Widersprüche, deren Verbrechen, deren dunkle Flecken und Obsessionen.“

Milo Rau, Die Rückeroberung der Zukunft, S. 140.

Die Oberhäupter haben gewechselt, die Funktion ist geblieben. Es begann mit „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“, was in der Schweiz auf Kirchenfürsten und den Herrgott umgemünzt wurde, und landete weniger als ein Jahrhundert später – nach der tödlichen Variante von „Gebt’s dem Führer“ – bei „Gebt’s dem Markt, der euch nährt.“

Schule verändert Welt nicht, sie sorgt dafür, dass sie bleibt, was sie ist. Das tut sie über Menschenbilder, Weltbilder, den Umgang mit Wissen, mit dem und der Fremden, mit der Art und Weise, wie Menschen zueinander in Beziehung stehen und gehen, wie sie Geschlechtlichkeit interpretieren und Identität entwickeln, welchen Bezug sie zu Leistung herstellen, welche Wertehierarchien sie auf- und nachbauen, und so weiter und so fort.

Zweierlei macht Schule also heute auf so bizarre Weise dysfunktional und mächtig zugleich. Zum einen dass sie, was auch immer sie an Bildungsarbeit zu leisten vorgibt, als Institution doch nur ihre fossile DNA reproduziert. Sie liest Tag für Tag in ihrem Handeln die Erbinformationen einer Kultur aus, die nur noch in der Schule existiert: Jurassic Park.

Zum anderen überlebt diese fossile DNA nicht zuletzt aufgrund der masochistisch anmutenden Weigerung ihrer Verteidiger:innen, Schule würdig zu bestatten.

Ich hätte nichts einzuwenden gegen wehmütige und verklärende Grabreden, wenn Schule an deren Ende endlich und endgültig unter die Erde kommen würde. Stattdessen gibt es da diese Treue – und den Reflex, mit den armen Jungs „da oben“ Verständnis zu demonstrieren. Diese Nachsicht mit der Verzagtheit der Patriarchen ist ein wuchtiger Teil des Problems – und der DNA. Sie verhindert die Lösungen und ist vor allem in der Schweiz erstaunlich weit verbreitet.

Wo ist bloss der helvetische Wille zum Widerstand gegen die Freiheitsfressser hin?

Erster Teil der Lösung: Konzertierter Widerstand

Doch es geht gar nicht um Angriff. Es geht um aktiven Widerstand. Diese Unterscheidung ist enorm wichtig, gerade in der konfliktscheuen Schweiz. Keine Angst, Leute: niemand wird angegriffen. Es geht um Widerstand, also um das, was euch die Schule seinerzeit gründlich ausgetrieben hat. Das dürfte wohl einer der Gründe dafür sein, dass „Aufbegehren“ gegenwärtig nicht wirklich eine Schweizer Tugend ist. Dafür gibt’s am Ende schlechte Noten.

Doch es braucht jetzt den Widerstand: gegen die Männer und Frauen in Politik und Verwaltung. Gegen ihre Verschleppungs- und Ablenkungsmanöver; und es braucht den Widerstand gegen die eigene innere Tendenz, Autoritäten in Schutz zu nehmen statt sie ernsthaft zu konfrontieren.

Nur so überwinden wir die „Schule in uns allen“.

Der Fisch muss auf den Tisch, und die Dinge müssen beim Namen genannt werden. Immer und immer wieder. Professionell, wissenschaftlich fundiert und untermauert. Und immer wieder: konzertiert. Wir können uns das „Weiter so“ nicht mehr leisten – deshalb können wir uns auch nicht mehr leisten, die Verantwortung für die Zukunft der Bildung jenen Führungskräften zu überlassen, die vordergründig als rationale Bedenkenträger auftreten, während diese Bedenken doch nur rationalisierte Ängste sind. Ausdruck ihrer eigenen Überforderung.

Der dringende Wandel der Bildungsarbeit scheitert jetzt im Moment an der Haltung der Männer und Frauen in der so genannten „politischen Verantwortung“ – hinter denen sich alle jene versammeln, die selber von Zukunftsangst gelähmt sind. Zusammen lenken sie mit ihren Verhinderungstaktiken von ihrer eigenen Konzeptlosigkeit ab, die im Bildungsbereich eine kollektive ist. Nicht nur in der Schweiz. Gute Bildung funktioniert im Moment fast nur noch dort, wo diese Leute mit ihrer Verwaltungsdiktatur nicht mehr hinreichen.

Neben dem Widerstand braucht es also einen wuchtigen Zuwachs an Kompetenz, die über eine zivilgesellschaftliche Allianz auf den Weg kommt. Eine Vergemeinschaftung von Menschen und Institutionen, die sich für die Umsetzung jener Erkenntnisse einsetzen, die wir heute über Bildung und Lernen haben.

Auch an den im gegenwärtigen System so wichtigen Entscheidungsstellen muss rasch für den Zuwachs an Kompetenz gesorgt werden. Es darf nicht so weitergehen, dass über die Zukunft von Bildungsarbeit von Menschen entschieden wird, die sich fürs Nichthandeln entscheiden, weil es ihnen an Information, an strategischer und an Unsicherheitskompetenz fehlt – und auf diesem Hintergrund an Souveränität.

Zweiter Teil: Digitale Öffentlichkeit schaffen

Es braucht eine neue, digitale Öffentlichkeit, die auch eine zivilgesellschaftlich organisierte Kontrolle über den Verwaltungsapparatschik praktiziert.

Diese Kontrolle fällt im Moment noch völlig aus. Stimmzettel sind dafür nicht geeignet. Über die Verweigerung muss anders abgestimmt werden. Zum Beispiel dadurch, dass immer mehr Menschen sich solidarisch zusammenschliessen und ihre Kinder nicht mehr der Schule aussetzen.

Und zweitens muss neben dem fortlaufenden, professionellen digitalen Protest eine viel stärkere digitale Sichtbarkeit dessen auf den Weg kommen, was es an Bereitschaft zur Veränderung und an konkreter, gelebter Veränderung bereits gibt.

Das alles muss tatsächlich im digitalen Raum stattfinden, denn hier ist die neue Öffentlichkeit und ihr enormes Potenzial, das die Pioniere seinerzeit angetrieben hat, das Internet überhaupt zu entwickeln und allen Menschen offen zu halten!

Wir nutzen das Internet als diesen demokratischen und freien, politischen Öffentlichkeitsraum noch viel zu wenig, weil wir nach wie vor in einer Kultur des Autoritären, des Hierarchischen, des Patriarchalen unterwegs sind. Deshalb haben wir noch nicht einmal angefangen, uns digital zu verbünden und rauszugehen. Wir haben Angst.

Es geht jetzt um eine Entmachtung des patriarchalen Apparatschiks. Nicht durch Revolution oder Revolte, sondern durch eine konzertierte, souveräne, professionelle und nachhaltige Praxis. Die neue Bildung kommt dann auf den Weg, wenn wir die hohle Macht der Administrator:innen solange ins Leere laufen lassen, als sie uns nicht glaubwürdig versichern, durch Entscheidungen und durch Budgets, dass sie den Schuss gehört haben.

Solange als sie uns nicht durch TATEN glaubwürdig machen, dass sie verstanden haben, worum es jetzt geht, und dass sie ein Interesse an der Zukunft von Bildung haben – statt sie mit ihrem Gezauder zu verhindern.

Ich traue uns unbesehen zu, dass wir diesen Unterschied in dem Moment erkennen, wenn er sich zeigt.

Dritter Teil: Die Agenda für eine neue DNA von Bildung

Erstens: Die soziale Welt und Kultur wird zum Lern- und Bildungsraum. Die mentale Mauer zwischen Lern- und Lebenswelt, die das Lernen und die Bildungsarbeit von der Zivilgesellschaft und der restlichen Kultur abtrennt, wird geschleift. Das Scheinargument vom „Schutzraum des Lernens“ ist ja längst entlarvt. Lernen braucht keine speziell dafür gemachten Räume. Lernen sucht sich seine Räume – nicht umgekehrt.

Zweitens: Lernen und Bildungsarbeit werden ent-pädagogisiert und ent-didaktisiert. Das Lernen wird nicht mehr in (schulische) Bahnen gelenkt. Es wird überhaupt nicht mehr gelenkt: Das Lernen lenkt!

Drittens: Lernen und Bildungsarbeit werden als Kernaktivität lernender und sich bildender Menschen er- und anerkannt. In dieser Reihenfolge. Das beginnt als fundamentaler (Ent-)Lernprozess für jene, die bisher pädagogisch-didaktisch unterwegs sind. Dazu gibt es eine Videoserie von mir, die das Schritt für Schritt konkretisiert.

Viertens: Lernen und Bildungsarbeit werden in der Zivilgesellschaft und in ihren Kulturen verankert – als deren ureigenes Anliegen und zentrale Aufgabe. Wo die Organisation von Lernen und Bildungsarbeit delegiert werden soll, weil Lernende das wünschen, geschieht das in einem zivilgesellschaftlichen Prozess des Aushandelns. Dieses Aushandeln ist eine genuine Art von Lernen und von Bildung. Auf diese Weise wird die Verantwortung für das Lernen (wieder) von denen ausgeübt, die sie haben!

Fünftens: Wir designen die Neu-Organisation von Lernen und Bildungsarbeit als kollaborativen Lern- und Bildungsprozess, den die Zivilgesellschaft verantwortet (genossenschaftlich, auf der Ebene von Vereinen, Zünften …), nicht als ein staatliches Bildungssystem, wie wir es heute haben. Es gilt: jede dezentrale und lokale zivilgesellschaftliche Lebens- und Arbeitswelt hat das Recht und die Selbstverpflichtung, Bildungsarbeit und Lernen für ihren Lebens- und Arbeitsraum so zu organisieren und zu gestalten, wie sie es braucht. Idealerweise ist es nicht möglich, sich als Individuum oder Familie aus dieser Selbstverpflichtung komplett rauszuhalten. Die Kontrolle dieser Strukturen und Prozesse ist ganz wesentlich eine Form aktiv ausgeübter Selbstkontrolle.

Sechstens: Lernen und Bildungsarbeit entwickeln so aus sich selbst heraus eine in sich diverse und vielfältige Lern- und Bildungskultur, die sukzessive wächst, und die die traditionelle Beschulungskultur loslässt und ablöst.

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Es gibt keine Lernlücken. Lernen ist lückenlos.

Ich war heute im Gespräch mit DALL-E über meine These, dass es gar keine Lernlücken gibt, weil Lernen lückenlos ist. Es ist eine interessante Konversation über das Lernen entstanden.

Christoph: Es gibt keine Lernlücken. Lernen ist lückenlos.

DALL-E: Das ist ein interessanter Standpunkt. Die Idee, dass Lernen lückenlos sein kann, hängt sehr von der Definition und der Perspektive des Lernprozesses ab. Traditionell wird angenommen, dass es im Lernprozess Lücken gibt – Bereiche, in denen das Wissen oder Verständnis einer Person unvollständig ist. Dies kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wie z.B. die Art der Lehre, die Verfügbarkeit von Ressourcen, individuelle Lernstile oder schlicht die Komplexität des zu lernenden Materials.

Wenn man jedoch Lernen als einen fortlaufenden, lebenslangen Prozess ansieht, bei dem jede Erfahrung zum Verständnis der Welt beiträgt, kann man argumentieren, dass es keine echten „Lücken“ gibt, sondern nur fortwährende Entwicklung und Evolution des Wissens und Verstehens. In diesem Sinne kann Lernen als ein lückenloser Prozess betrachtet werden, bei dem jedes Stück Wissen oder Erfahrung einen Wert hat und zum Gesamtbild beiträgt.

Diese Ansicht betont die Bedeutung des kontinuierlichen Lernens und der Flexibilität im Denken, was besonders in unserer schnelllebigen und sich ständig verändernden Welt relevant ist. Sie unterstreicht auch die Wichtigkeit von Bildungssystemen und Lehrmethoden, die Anpassungsfähigkeit und lebenslanges Lernen fördern.

Wer passt sich wem an? Das Lernen den Umständen oder die Umstände sich dem Lernen?

Christoph: … und sie unterstreicht mehr noch, dass sich Bildungssysteme und Lernmethoden an das lebenslange Lernen anzupassen haben, nicht umgekehrt!

DALL-E: Absolut, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Bildungssysteme und Lernmethoden sollten in der Tat so gestaltet sein, dass sie das lebenslange Lernen unterstützen und fördern. In einer idealen Welt sollten diese Systeme flexibel genug sein, um sich an die Bedürfnisse und Lernstile jedes Einzelnen anzupassen, anstatt dass sich die Lernenden an starre und veraltete Bildungsstrukturen anpassen müssen. Einige Schlüsselelemente, die in modernen Bildungssystemen berücksichtigt werden sollten, sind:

Individualisierung: Lernpläne und -methoden, die auf die individuellen Stärken, Schwächen und Interessen der Lernenden zugeschnitten sind.

Flexibilität: Flexible Lernzeiten und -formate, die es den Lernenden ermöglichen, ihr Lernen in ihren Alltag zu integrieren, insbesondere für diejenigen, die bereits im Berufsleben stehen.

Technologieeinsatz: Nutzung digitaler Technologien und Plattformen, um den Zugang zu Lernmaterialien und -ressourcen zu erleichtern und das Lernen unabhängig von Ort und Zeit zu ermöglichen.

Lebenslanges Lernen: Ein Fokus auf das lebenslange Lernen, das über traditionelle Bildungsphasen hinausgeht und kontinuierliche Weiterbildung und Entwicklung im Erwachsenenalter einschließt.

Praktische Anwendung: Die Integration von praktischem Lernen, um das Gelernte in realen Kontexten anzuwenden und zu festigen.Interdisziplinäres Lernen: Förderung des Lernens über Fachgrenzen hinweg, um kritisches Denken, Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten zu stärken.

Durch die Anpassung der Bildungssysteme und Lernmethoden an diese Prinzipien können wir eine Umgebung schaffen, die das lebenslange Lernen nicht nur ermöglicht, sondern aktiv fördert und unterstützt.

Christoph: Bemerkenswert finde ich, dass alle Punkte, die du vorschlägst, nicht von Lernenden selbst initiiert und erarbeitet werden, sondern von Fachleuten für lernende Menschen zur Verfügung gestellt.

Warum gelingt dem Bildungssystem der Perspektivenwechsel nicht? Warum begreift es nicht, dass Lernen eine lückenlose Aktivität des individuellen Menschen ist, die von außen gar nicht organisiert werden kann? Warum tut das Bildungssystem nach wie vor so, als ob das Lernen von anderen organisiert werden könnte, wo es doch nur von dem jeweiligen Menschen organisiert und verantwortet und bestimmt und gestaltet werden kann, der lernt…

Warum sich Schule schwer tut mit dem lückenlosen Lernen …

DALL-E: Ihre Beobachtung und Kritik sind sehr treffend und berühren einen wesentlichen Punkt in der Diskussion über Bildung und Lernen. Die traditionelle Sichtweise auf Bildung neigt dazu, den Lernenden als passiven Empfänger von Wissen zu sehen, das von Lehrern oder Experten vermittelt wird. Diese Perspektive kann die Autonomie und Eigeninitiative des Lernenden unterbewerten.

Die Herausforderung für das Bildungssystem besteht darin, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen und Lernen als einen aktiven, selbstgesteuerten und individuellen Prozess anzuerkennen. Hier sind einige Gründe, warum dieser Wandel schwierig sein kann:

  1. Historische Bildungsmodelle: Viele Bildungssysteme basieren auf historischen Modellen, die in einer Zeit entstanden sind, in der Information weniger zugänglich war und das Lernen stark strukturiert und von Experten geleitet werden musste.
  2. Standardisierung: Standardisierte Tests und Lehrpläne ermöglichen eine einfache Bewertung und Vergleichbarkeit, können aber auch zu einer Einheitslösung führen, die individuelle Lernpfade und Kreativität einschränkt.
  3. Ressourcen und Ausbildung der Lehrkräfte: Lehrer sind oft für einen bestimmten Unterrichtsstil ausgebildet und haben möglicherweise nicht die Ressourcen oder die Flexibilität, um individuell zugeschnittene Lernwege zu unterstützen.
  4. Systemische Trägheit: Bildungssysteme sind oft große, komplexe Organisationen, die sich nur langsam ändern. Innovationen und Veränderungen sind schwierig und zeitaufwendig zu implementieren.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, könnte der Fokus stärker auf folgenden Aspekten liegen:

  • Selbstgesteuertes Lernen: Die Förderung von selbstgesteuertem Lernen, bei dem die Lernenden aktiv ihre Lernziele, -methoden und -inhalte wählen und gestalten.
  • Lehrer als Facilitatoren: Lehrer sollten eher als Begleiter oder Facilitatoren des Lernprozesses agieren, anstatt als alleinige Wissensvermittler.
  • Individuelle Lernwege: Anerkennung und Unterstützung individueller Lernpfade, die den einzigartigen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen jedes Lernenden entsprechen.
  • Integration von Technologie: Nutzung digitaler Werkzeuge, um maßgeschneiderte Lernerfahrungen und -ressourcen anzubieten.

Dieser Wandel erfordert ein Umdenken sowohl auf der Ebene der Bildungspolitik als auch in der Praxis des Unterrichts. Es ist ein Prozess, der Zeit, Engagement und die Bereitschaft erfordert, bestehende Strukturen und Methoden zu überdenken und neu zu gestalten.

Christoph: Entwickle auf dem Hintergrund unserer bisherigen Diskussion zu meiner These vom Anfang „Es gibt keine Lernlücken. Lernen ist lückenlos“ Ein entsprechendes Bild.

DALL-E:

Christoph: Meine erste Assoziation dazu ist ein „Highway“ oder eine „Autobahn“. Zwar schön bunt und vielfältig, aber doch wieder „eine Spur für alle“ und „eine Richtung für alle“. Das würde dann aber unserer Diskussion widersprechen, die ja eigentlich für eine maximal individuelle Organisation von Lernen plädiert. Oder was denkst du?

DALL-E: Ihre Interpretation ist nachvollziehbar und wirft ein interessantes Licht auf die Darstellung des Lernprozesses im Bild. Während das Bild versucht, die Idee des kontinuierlichen und vielfältigen Lernens zu vermitteln, kann die Darstellung eines Weges oder einer Autobahn tatsächlich die Vorstellung von Einheitlichkeit und einer Richtung für alle suggerieren.

In unserer Diskussion haben wir die Bedeutung von Individualität und Selbstgestaltung im Lernprozess hervorgehoben. Ein idealeres Bild dieses Konzepts könnte eher einem Netzwerk von Pfaden ähneln, die sich in verschiedene Richtungen verzweigen und überkreuzen, was die individuellen Lernwege und die Vielfalt der Lernerfahrungen besser darstellt. Jeder Lernende könnte seinen eigenen einzigartigen Pfad durch dieses Netzwerk wählen, basierend auf seinen Interessen, Bedürfnissen und Zielen.

In diesem Sinne könnte das Bild, statt einer Autobahn, besser ein komplexes, sich ständig veränderndes Labyrinth oder ein Netz aus vielfältigen Wegen darstellen, die die individuelle Natur des Lernens symbolisieren. Jeder Weg könnte unterschiedliche Erfahrungen, Methoden und Ressourcen darstellen, die auf dem Lernweg eines jeden Einzelnen zu finden sind.

Aus vorgegebenen Pfaden wählen oder eigene kreieren?

Christoph: Das gefällt mir schon besser. Ich würde gerne noch hinzufügen: könnte es auch so sein,

dass nicht jeder Lernende seinen eigenen, einzigartigen Pfad durch dieses Netzwerk wählt, sondern ihn erst aufgrund seiner Interessen, Bedürfnisse und Ziele erfindet, kreiert?

DALL-E: Ja, das ist eine ausgezeichnete Erweiterung des Konzepts. Anstatt nur bestehende Pfade zu wählen, könnte jeder Lernende seinen eigenen Weg erfinden und kreieren, basierend auf seinen individuellen Interessen, Bedürfnissen und Zielen. Dies betont noch stärker die Rolle der Kreativität und Eigeninitiative im Lernprozess.

In einem solchen Modell wäre Lernen nicht nur eine Reise durch ein bestehendes Netzwerk von Wegen, sondern auch ein Prozess des Bauens, Gestaltens und Erkundens. Jeder Lernende würde sein eigenes, einzigartiges Lernerlebnis schaffen, indem er neue Wege erkundet, bestehende Pfade anpasst oder sogar ganz neue Pfade im Netzwerk des Wissens und der Erfahrungen schafft.

Diese Perspektive unterstreicht die aktive Rolle des Lernenden als Schöpfer seines eigenen Lernweges. Sie ermutigt auch dazu, Bildungssysteme so zu gestalten, dass sie die Entwicklung von Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösung, Kreativität und Selbstreflexion fördern, die für die Navigation und Gestaltung in diesem metaphorischen „Lern-Labyrinth“ notwendig sind.

Und jetzt ein Perspektivwechsel

Christoph: Und was, wenn das Erfinden und Kreieren eines eigenen Weges nicht eine Art zu Lernen unter mehreren ist, sondern wenn es exakt die Weise ist, wie Lernen funktioniert bzw. was Lernen ist?

DALL-E: Ihre Überlegung führt zu einer tiefgreifenden und faszinierenden Auffassung von Lernen. Wenn das Erfinden und Kreieren des eigenen Weges nicht nur eine Methode des Lernens, sondern die Essenz des Lernens selbst ist, bedeutet das eine grundlegende Neubewertung dessen, was Lernen bedeutet und wie es geschieht.

In diesem Verständnis ist Lernen:

  1. Ein kreativer Prozess: Lernen ist nicht das passive Aufnehmen von Informationen, sondern ein aktiver, kreativer Prozess, bei dem der Lernende Wissen und Erfahrungen in einem persönlichen und einzigartigen Kontext interpretiert und anwendet.
  2. Selbstbestimmt: Der Lernprozess wird vom Lernenden selbst gesteuert. Er entscheidet, was, wie, wann und warum gelernt wird, basierend auf persönlichen Interessen, Fragen und Zielen.
  3. Dynamisch und adaptiv: Der Lernweg ändert sich ständig, da er von den sich entwickelnden Interessen und Bedürfnissen des Lernenden geformt wird. Es ist ein flexibler, sich ständig anpassender Prozess.
  4. Individuell und einzigartig: Jeder Lernweg ist so einzigartig wie der Lernende selbst. Es gibt keine zwei identischen Lernwege, da jeder Mensch unterschiedliche Erfahrungen, Vorstellungen und Ziele hat.
  5. Ein Prozess des Entdeckens: Lernen ist ein Entdeckungsprozess, bei dem der Lernende aktiv nach Wissen und Erfahrungen sucht, Fragen stellt und eigene Antworten entwickelt.

Dieses Verständnis von Lernen stellt die herkömmlichen Bildungssysteme vor große Herausforderungen, da es eine Abkehr von standardisierten Lehrplänen und Bewertungsmethoden erfordert und stattdessen Individualität, Autonomie und Kreativität in den Mittelpunkt stellt. Es betont die Notwendigkeit, Bildungssysteme so zu gestalten, dass sie die Eigeninitiative und persönliche Entwicklung jedes Einzelnen fördern.

Christoph: Wie würdest du diese tiefgreifende und faszinierende Auffassung von Lernen in ein Bild übersetzen?

DALL-E:

Christoph: Auf diesem Bild wird der lernende Mensch für mich, den Beobachter, sichtbar (als Mann, warum als Mann?). Wie würde ein Bild aussehen, das nicht den lernenden Menschen bei dem zeigt, was er oder sie tut, sondern, wenn das Bild das Lernen selbst zeigt?

DALL-E:

Christoph: Nun ja, du zeigst mir einen menschlichen Kopf und ein Gesicht. Du zeigst mir also eher das Denken. Warum reduzierst du das Lernen auf Kognition? Gelingt es dir, das Lernen in seiner ganzen Vielfalt, in seiner Ganzheitlichkeit zu zeigen als einen Prozess des Kreierens seines eigenen Weges als die Art, wie Lernen ganz grundsätzlich funktioniert?

DALL-E:

DALL-E: Die hier dargestellten Bilder sollen eine ganzheitliche und vielfältige Sicht auf das Lernen als kreativen Prozess vermitteln. Sie beinhalten symbolische Elemente, die über die Kognition hinausgehen und verschiedene Sinneserfahrungen und kreative Ausdrucksformen umfassen. Diese Darstellungen zielen darauf ab, die Idee des Lernens als einen sich entwickelnden, mehrdimensionalen Prozess zu vermitteln, der Kreativität, Emotionen und sensorische Erfahrungen einschließt.

Christoph: Das sind eindrückliche Bilder. Welche drei Massnahmen würdest du einer Schule nahelegen, wenn sie diese radikal neue, andere Sicht auf das Lernen, die wir hier diskutiert haben, und die du so schön in Bilder übersetzt hast, ernstnehmen möchte und ein Ort sein, wo sich dieses Lernen ungehindert entfalten kann?

DALL-E: Um diese radikal neue Sicht auf das Lernen, die wir diskutiert haben, in einer Schule umzusetzen und zu einem Ort zu machen, an dem sich dieses Lernen ungehindert entfalten kann, würde ich folgende drei Maßnahmen vorschlagen:

  1. Schaffung eines flexiblen und adaptiven Lehrplans: Entwickeln Sie einen Lehrplan, der Flexibilität und individuelle Anpassung ermöglicht. Dies könnte bedeuten, Wahlmodule und projektbasiertes Lernen zu integrieren, bei denen Schüler ihre eigenen Interessengebiete erforschen und vertiefen können. Statt starrer Lehrpläne könnten Lehrer als Mentoren dienen, die die Schüler dabei unterstützen, ihre eigenen Lernziele zu setzen und zu verfolgen. Dies fördert die Eigeninitiative und Selbstbestimmung im Lernprozess.
  2. Förderung einer Kultur der Kreativität und des experimentellen Lernens: Etablieren Sie eine Schulkultur, die Kreativität, Experimentierfreude und das Lernen aus Fehlern betont. Dies könnte durch die Einrichtung von Räumen für kreative Aktivitäten, wie Kunststudios, Wissenschaftslabore oder Musikzimmer, sowie durch die Integration von Kunst und praktischem Lernen in alle Fächer erreicht werden. Wichtig ist auch die Haltung, dass Fehler als wertvolle Lerngelegenheiten betrachtet werden.
  3. Einbeziehung der Schüler in die Gestaltung ihrer Lernumgebung: Beteiligen Sie die Schüler aktiv an der Gestaltung ihrer Lernumgebung und -erfahrungen. Dies könnte durch regelmäßige Feedback-Sitzungen, Schülerratssitzungen oder Workshops erfolgen, in denen Schüler ihre Ideen und Wünsche für den Unterricht einbringen können. Eine solche Beteiligung fördert das Gefühl der Zugehörigkeit und des Engagements und hilft dabei, eine Lernumgebung zu schaffen, die wirklich den Bedürfnissen und Interessen der Schüler entspricht.

Diese Maßnahmen würden nicht nur die Sichtweise auf das Lernen verändern, sondern auch eine Lernumgebung schaffen, in der Schüler motiviert und befähigt werden, ihren eigenen Lernweg aktiv zu gestalten und zu verfolgen.

Warum hältst du an einem Lehrplan fest?

Christoph: Warum hältst du an einem Lehrplan fest? Wenn das Erfinden und Kreieren seines eigenen Weges nicht eine Art zu Lernen und vielen ist, sondern wenn es exakt die Weise ist, wie Lernen funktioniert bzw. was Lernen ist, wozu braucht es dann noch einen Lehrplan? Steht der diesem Lernen nicht unmittelbar im Weg?

DALL-E: Sie haben einen wichtigen Punkt angesprochen. Wenn Lernen als ein Prozess des Erfindens und Kreierens des eigenen Weges verstanden wird, kann ein traditioneller, starrer Lehrplan tatsächlich hinderlich sein. In diesem Kontext könnte ein Lehrplan eher als Hindernis denn als Unterstützung für individuelles und kreatives Lernen angesehen werden.

In einer idealen Bildungsumgebung, die auf dieser Auffassung von Lernen basiert, könnten alternativ folgende Ansätze verfolgt werden:

  1. Leitlinien statt fester Lehrpläne: Anstelle eines festgelegten Lehrplans könnten allgemeine Leitlinien oder Themenbereiche dienen, die den Schülern helfen, ihren eigenen Lernweg zu strukturieren. Diese Leitlinien wären flexibel und könnten als Inspiration und Orientierungshilfe dienen, ohne den Lernprozess zu beschränken.
  2. Individuelle Lernziele: Schüler könnten ermutigt werden, ihre eigenen Lernziele zu setzen und zu verfolgen. Lehrer würden in dieser Rolle eher als Mentoren oder Facilitatoren agieren, die Schüler bei der Erreichung ihrer selbst gesetzten Ziele unterstützen und begleiten.
  3. Projektbasiertes Lernen: Der Fokus könnte auf projektorientiertem Lernen liegen, bei dem Schüler Projekte basierend auf ihren Interessen und Leidenschaften entwickeln. Dies fördert selbstgesteuertes Lernen und ermöglicht es den Schülern, ihre eigenen Wege zu erkunden und zu kreieren.
  4. Interdisziplinärer Ansatz: Anstelle von Fächern könnten Themen aus verschiedenen Disziplinen in größere, ganzheitliche Lernprojekte integriert werden. Dies ermutigt Schüler, Verbindungen zwischen verschiedenen Wissensgebieten zu ziehen und fördert ein umfassenderes Verständnis.

Durch diese Ansätze könnte eine Schule eine Umgebung schaffen, in der das Lernen wirklich als ein Prozess des individuellen Erfindens und Kreierens angesehen wird. Es würde den Schülern die Freiheit und Flexibilität geben, ihren eigenen Interessen und Leidenschaften zu folgen, und gleichzeitig sicherstellen, dass sie die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben, um in einer vielfältigen und sich ständig verändernden Welt erfolgreich zu sein.

Christoph: Danke für diesen äusserst wertvollen Prozess!

DALL-E:

Was wäre für mich als Lehrer ein erster Schritt?

Christoph: Eine Frage hätte ich da noch: Was empfiehlst du mir als Lehrer, wenn ich mich auf diesen Weg machen möchte? Welchen ersten Schritt empfiehlst du mir in aller Kürze?

DALL-E: Als Lehrer, der sich auf den Weg machen möchte, dieses innovative und selbstgesteuerte Verständnis von Lernen zu fördern, empfehle ich Ihnen folgenden ersten Schritt:

Beginnen Sie mit dem Zuhören und Beobachten: Nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Schüler wirklich zu verstehen – ihre Interessen, Stärken, Lernstile und Bedürfnisse. Dies kann durch individuelle Gespräche, Feedback-Sitzungen oder Beobachtungen im Klassenzimmer geschehen. Das Ziel ist es, ein tiefes Verständnis dafür zu entwickeln, was Ihre Schüler motiviert und wie sie am besten lernen. Diese Erkenntnisse können dann als Grundlage dienen, um den Unterricht flexibler und individueller zu gestalten.

Dieser Schritt ist entscheidend, da er die Basis für eine Lernumgebung schafft, die die Schüler in den Mittelpunkt stellt und es Ihnen ermöglicht, als Mentor und Facilitator zu agieren, der die Schüler auf ihrem individuellen Lernweg unterstützt und begleitet.

Den Original-Dialog kann ich leider nicht verlinken, weil ChatGPT das noch nicht anbietet, wenn Bilder involviert sind. Wer jedoch von hier aus weitermachen möchte, kann gerne diesen Text hier oder Ausschnitte mit ChatGPT weiterentwickeln.