Nicht erst seit ich mit Schulen und anderen Organisationen Entwicklungsarbeit mache, sondern bereits als ich noch in ihnen tätig war, also eigentlich schon immer begegnet mir das Narrativ, dass „Entwicklung bei uns nicht möglich ist“. Sie sagen mir: „Wir sind noch nicht soweit, dass wir uns entwickeln können.“
Veränderung gibt’s schon, denn die lässt sich ja nicht vermeiden, zumal sie immer von aussen kommt: Märkte verändern sich und neue entstehen. Technologien verändern sich und neue entstehen. Die Demographie verändert sich, der Fachkräftemangel nimmt zu – überall Veränderung, die auf Organisationen einwirkt.
Und je mehr Veränderung, umso weniger Entwicklung (in) der Organisation. Von Überforderung sprechen die Expert:innen dann noch.
Etwas fehlt immer um anzufangen damit. Also werden Bedingungen formuliert, die ausstehen, damit sich die Organisation entwickeln kann. Am liebsten, so das Paradox, eine Veränderungspause.
Doch Entwicklung ist das, was hilft und ermöglicht, mit Veränderung positiv umzugehen. Sie mitzugestalten. Auf Augenhöhe statt hinterher zu hecheln.
Entwicklung macht anschlussfähig an Veränderungen – auf die Organisation hin gesprochen, nicht auf einzelne Menschen, die ja ständig dazu aufgefordert werden, sich zu entwickeln, während Organisationen verharren.
Ich behaupte: Dahinter ist ein Zweck. Dadurch dass pausenlos auf die Entwicklung von Menschen und auf deren Förderung fokussiert wird, braucht mann sich um die Entwicklung von Organisation nicht mehr zu kümmern.
Die Lehrer sollen anders werden, nicht die Schule.
Dabei wissen wir: Entwicklung fängt dort an, wo wir nicht länger am Verhalten ansetzen sondern an den Verhältnissen. Dann beginnt Entwicklung.
Wenn ihr einen Entwicklungshelfer braucht – lasst es mich wissen 🙂
Entwicklung oder Veränderung? Über den Unterschied, der einen macht
