Schulentwicklung. Kleinster gemeinsamer Nenner

Solange die Frage nicht beantwortet ist, warum es eine andere Schule braucht, gibt es keinen Grund eine andere Schule zu machen. Dann wird sie höchstens anders gemacht, nicht eine andere sein.

Titelbild von Th G auf Pixabay

Ein Rauschen geht durch den Kosmos – verstärkt durch die Dreierpackung Pandemie, Digitale Technologie und Soziale Medien: Wir brauchen eine andere Schule! Die brauchen wir aber nur so lange, als es nicht konkret wird, wie eine der genialen Torten von Katja Berlin jüngst wieder zeigte:

Aus der Wochenzeitung DIE ZEIT, gefunden im Sozialen Netzwerk TWITTER, und zwar hier.

Meine Behauptung lautet nun: Die Frage, warum Schule (überhaupt) eine andere sein muss oder soll, lässt sich nur dadurch beantworten, dass die, die diese Frage stellen, sie je für sich selbst beantworten. Sie müssen selber eine Antwort auf diese Frage finden, formulieren und umsetzen.

Die Antwort auf diese Frage wird nicht zu einer anderen Schule führen, wenn sie von einer Studie beantwortet wird oder von einem Schulamt oder von Gerald Hüther. Sie führt erst und nur dann zu einer anderen Schule, wenn sie von jeder und jedem einzelnen beantwortet wird, der und die je für sich und zusammen Schule machen.

Wie schon Gerald Hüther sagte 🤪

Achtung: Nicht Schule anders machen, sondern andere Schule machen

Die Frage, warum wir eine andere Schule brauchen, ist eine andere Frage als die Frage, warum wir Schule anders machen sollen. Anders Schule machen und andere Schule machen haben nichts miteinander zu tun! Die Hoffnung, dass Schule dadurch eine andere wird, dass wir sie anders machen, ist reiner Selbstbetrug. Er hat das Ziel, es in der Schule besser auszuhalten, nicht eine andere Schule zu machen.

Wenn Schule eine andere werden soll, dann müssen Menschen, die zusammen an einem Ort Schule machen, je für sich und gemeinsam eine konkrete Antwort formulieren auf die Frage warum es eine andere Schule braucht und nicht, was wir an und in Schule anders machen könnensolltenmöchten – oder nicht. Das ist aber landläufig Schulentwicklung: anders Schule machen.

Nächster Stolperstein: Ich will, ich will, ich will!

Die Antwort auf die Frage, warum du und ihr eine andere Schule machen wollt, muss eine Antwort auf die Frage sein, warum es diese andere Schule braucht.

Die Frage lautet: Warum braucht es eine andere Schule? Nicht: Warum wollen wir eine andere Schule? Zu sagen: Ich will eine andere Schule ohne zuvor geklärt zu haben, warum es sie braucht (außer weil ich sie will), ist verantwortungslos. Dass ihr eine andere wollt, ist kein Grund.

Solange du oder solange ihr die Antwort auf die Frage, warum es eine andere Schule braucht, nicht gegeben habt, gibt es keinen Grund eine andere Schule zu machen. Dann wird sie höchstens anders gemacht, nicht eine andere sein.

Zuerst muss jede und jeder für sich selbst begreifen, warum es eine andere Schule braucht. Dann hat Schule begonnen, eine andere zu sein.

Dann wird sich alles, was ihr plant und fallen lasst, was ihr tut und nicht, täglich an dieser Antwort ausrichten, weil euch klar geworden ist, warum es eine andere Schule braucht. Und das wird es nicht, solange ihr diese Antwort nicht habt. Diese Antwort auf die Frage, warum wir eine andere Schule brauchen.

Diese Antwort enthält allerdings keine Antworten auf die Fragen

  • warum wir die alte Schule nicht mehr brauchen
  • was die andere, die neue Schule nicht mehr tut
  • was sie anders macht als die alte Schule.

Sie enthält allein Antworten auf die Frage, warum es eine andere Schule braucht.

„Die Lösung hat nichts mit dem Problem zu tun.“

Lebens- und Arbeitsmotto von Steve de Shazer

Wenn ihr an diesem Punkt angekommen seid, gibt es eine andere Schule. Du fragst dich jetzt, was denn eine andere Schule sein soll? Hör damit auf und frag dich jetzt, warum es eine andere Schule braucht.

Schöne Ferien!

Autor: Christoph Schmitt

Culture & Mindset Worker, Blogger, Ressourcenklempner, Coach, Ethiker, Rituals Expert. Ich unterstütze Menschen und Unternehmen beim "Digital Turn" - spezialisiert auf die Themen Mindset & Kultur. Systemisch & lösungsfokussiert. Ich coache Menschen in spannenden Entwicklungsphasen und begleite in einschneidenden Lebensmomenten durch die Gestaltung von Ritualen.

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