Schluss mit Schule

Wir hören jetzt auf damit, die Lebenszeit und das unendliche Potenzial junger Menschen zu missbrauchen, sie in Gefässe und Strukturen zu zwingen, in denen sie keine Zukunftskompetenz entwickeln können, weil wir sie sich selbst entfremden, und weil wir sie zu willfährigen Geiseln eines abgehalfterten, dysfunktionalen Systems machen, das nur noch um seiner selbst Willen existiert.

Photo: Free by 4leafcloverVN on DeviantArt

Was jetzt passieren muss, damit wir in öffentlichen Schul- und Bildungsgefässen junge Menschen dabei unterstützen, Zukunftskompetenz zu entwickeln.

  1. Wir akzeptieren als Lehrerin und Lehrer, als Schulverwaltung, als Eltern, als Ausbilder und Ausbilderinnen, als Politiker*innen und als Lernende, die wir alle sind, endlich, dass jeder Mensch, jedes Kind, jede Frau, jeder Mann, zu jeder Zeit in seinem und ihrem Leben selbst darüber entscheidet, wann er oder sie mit seinem und ihrem Lernen beginnt, pausiert, aufhört, weitermacht, und was er oder sie dann mit wem zusammen auf welche Weise tatsächlich lernt – und was nicht.
  2. Wir ziehen daraus die Konsequenzen und stellen alle Beschulung ein.
  3. Wir räumen endgültig mit der pädagogischen Kernideologie auf, dass andere darüber bestimmen, wann ich anfange zu lernen,  wie ich dann lerne, was mit wem in welcher Zeit und mit welchem Ergebnis.
  4. Wir hören umgehend damit auf, das Lernen von Menschen – egal in welchem Alter – auf die Art und Weise zu organisieren, wie wird das heute tun.
  5. Wir hören also auf damit, Menschen, egal in welchem Alter, zu unterrichten.
  6. Wir hören damit auf, Menschen nach Alter sortiert in Räume zu stecken, und über ihre Köpfe hinweg oder auf irgendeine andere Art an Ihrer Stelle darüber zu entscheiden, dass und was sie jetzt alle in derselben Zeit inhaltlich und mit welchen Ergebnissen zu lernen hätten.
  7. Wir hören endlich auf so zu tun, als würden wir sie „mit einbeziehen“ in Entscheidungen, die sie selber nie treffen und denen sie sich aus freiem Willen nie aussetzen würden.
  8. Wir hören auf, lernende Menschen zu infantilisieren, indem wir ihnen systematisch die Autonomie über das Grundprinzip des Menschwerdens nehmen bevor sie überhaupt die Chance hatten, das zu entdecken.
  9. Wir ziehen endlich die Konsequenzen aus unserem Wissen darüber, dass jeder Mensch in jedem Alter und in jeder Situation ausschliesslich nach seinen und ihren Kriterien lernen kann und muss – in ihrem eigenen Tempo und nach seinen eigenen Schwerpunkten.
  10. Wir hören damit auf, über das Lernen anderer Menschen zu bestimmen.

Dann und erst dann sind wir im Begriff, menschliche Lern- und Lebensbedingungen zu schaffen, zu denen wir allen Grund und alle Möglichkeiten haben.

Dann haben wir aufgehört, die Lebenszeit und das unendliche Potenzial junger Menschen zu missbrauchen, indem wir sie in Gefässe und Strukturen zwingen, in denen sie keine Zukunftskompetenz entwickeln können, weil wir sie sich selbst entfremden, und weil wir sie zu willfährigen Geiseln eines abgehalfterten, dysfunktionalen Systems machen, das nur noch um seiner selbst Willen existiert.

Damit muss jetzt Schluss sein.

Autor: Christoph Schmitt

Culture & Mindset Worker, Blogger, Ressourcenklempner, Coach, Ethiker, Rituals Expert. Ich unterstütze kleine & große Unternehmen beim "Digital Turn" - spezialisiert auf die Themen Mindset & Kultur. Systemisch & lösungsfokussiert. Ich coache Menschen in spannenden Entwicklungsphasen und begleite in einschneidenden Lebensmomenten durch die Gestaltung von Ritualen.

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